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Vor einiger Zeit habe ich ein paar Tage in einem Benediktinerkloster verbracht. Dieses Kloster orientiert sich noch an den sehr strengen Gebetszeiten, wie sie in dieser Form nur noch selten eingehalten werden. Für mich bedeutete dies: Aufstehen um 4.30 Uhr, dann Vigil. Um 6 Uhr Laudes, 7 Uhr Konventamt usw. Immer wieder also wurde der Alltag der Mönche, welcher von Arbeit und Studium geprägt war, unterbrochen von Gebet, Gesang und Meditation. Obwohl ich fast zwei Wochen im Kloster verbracht habe, so habe ich mich nie wirklich an diesen Rhythmus gewöhnen können. Als ich einen Pater, der seit fast 40 Jahren im Kloster lebte, fragte, wie er sich an den Wechsel von Arbeit, Schlaf und Gebet gewöhnt habe, sagte er mir: “Bis heute kann ich nicht sagen, dass mir der Tagesablauf unserers Klosters in Fleisch und Blut übergegangen ist. Oft ertappe ich mich dabei, dass ich morgens lieber im Bett bleiben würde, statt zur Vigil zu gehen. Manchmal fühle ich mich bei meiner Arbeit gestört, wenn die Glocke zur nächsten Gebetszeit ruft. Aber missen möchte ich keine einzige.” Als ich so über diese Worte nachdachte, habe ich viel von meinem persönlichen Beten dort wiederfinden können. Wie oft bete ich nicht, weil ich gerade andere Dinge zu tun habe. Wie oft fällt bei mir das Morgen- oder Abendgebet sehr kurz oder gar gänzlich aus, weil ich zu müde oder in Eile bin. Nimmt man damit Gott nicht die Möglichkeit, Teil unseres Alltags zu werden? Sicherlich ist es ab und an unbequem, nervig oder mitunter auch stressig, seinen Alltag für eine kurze Zeit des Gebetes zu unterbrechen. Aber genau dies, so zumindest meine Meinung, kann auch enorm hilfreich sein. Atem holen im Alltagsstress, Sorgen abladen, Kraft tanken bei ihm, der so viel größer ist als das, was uns in unserem Alltag umtreibt. So nervig und unbequem das Beten im Alltag sein kann, so gewinnbringend und stärkend kann es sein; sogar so sehr, dass man es auch nach 40 Jahren im Kloster nicht mehr missen möchte.

In jedem Krieg gibt es einen Tag, an dem sich das Ende abzeichnet. Das ist der Tag, an dem die entscheidende Schlacht geschlagen wurde. Man nennt ihn den D-Day, der Decision-Day, der Tag der Entscheidung. So wird in England und in den USA der Tag bezeichnet, an dem den Alliierten die Landung in der Normandie gelang. Heute auf den Tag 70 Jahre ist das jetzt her.

Dabei schien der Atlantikwall ein perfekter Schutz zu sein. 2685 km befestigte Stellungen entlang des Atlantiks, des Ärmelkanals und der Nordsee. Als Hitler erfuhr, dass die Alliierten die Landung versuchen würden, erzählt man sich, bekam er einen Lachanfall.

Aber die Alliierten haben das geschafft. Und von dem Tag an war der Krieg praktisch entschieden. Der D-Day, der Tag der Entscheidung.

Jedes Jahr am 6. Juni begehen die Allierten diesen Tag in der Normandie. Nicht der Sieg wird gefeiert. Gedacht wird der amerikanischen, britischen und kanadischen Soldaten, deren Blut beim Ansturm auf die Küste das Meer rot färbte. Heute noch gibt es in der Normandie unzählige Orte die an das größte Landungsunternehmen der Weltgeschichte erinnern. Zahlreiche Friedhöfe entlang der Küste zeugen vom Schicksal Hunderttausender gefallener Soldaten auf alliierter und auf deutscher Seite.

Die Versöhnung zeige, “dass im Hass keine Zukunft liegt, dass es immer einen Weg für den Frieden gibt”, sagte der französische Staatschef Jacques Chirac 2004, als erstmals ein deutscher Bundeskanzler zum Jahrestag eingeladen wurde. Damals war das Gerhard Schröder. Heute ist es ganz selbstverständlich, dass Angela Merkel an den Feierlichkeiten teilnimmt.

Die Stimmung zwischen Russland und den westlichen Ländern ist ja momentan eher kühl. Vielleicht hilft da der Blick auf die Veteranen. Präsident Obama hat es heute Morgen so ausgedrückt: „Gentlemen, Ihre Anwesenheit hier erfüllt uns wahrlich mit Demut.”

Auch wenn an diesem Tag viel in die Vergangenheit geblickt wird, ist der Grundgedanke dennoch auf Zukunft hin ausgerichtet. Freundschaft statt Haß, Freiheit statt Diktatur, Versöhnung statt Krieg.

In der Mittagspause sitze ich schon mal auf dem nahegelegenen Spielplatz. Der ist wie ein grüne Oase mitten in der Stadt und ich kann dort so schön “Leutegucken”.
Vor ein paar Tagen sitzen dort zwei Väter. Der eine, ein Bär von einem Mann: groß, breitschultrig, muskelbepackt und glatzköpfig. Er spricht deutsch mit seinen Kindern. Der andere ist normal groß und der Sprache nach stammt er aus einem osteuropäischen Land. Beide sind damit beschäftigt, ein wachsames und fürsorgliches Auge auf ihre je drei Kinder im Grundschulalter zu haben.
“Papa, hebst du mich mal an die Kletterstange”, tönt es da von der anderen Seite des Platzes. Und Papa Bär setzt sich in Bewegung, hebt seinen Sohn ganz leicht an das Klettergerüst und – hängt sich selbst gleich daneben. Er ist zu lang, deshalb muss er die Beine etwas anwinkeln. Aber gemeinsam mit seinem Sohn hangelt und schwingt er nun am Klettergerüst hin und her und beide haben sichtlich viel Freude daran.
Dann auf einmal springt er runter vom Gerüst und winkt Vater Nummer zwei zu. Dieses Winken bedeutet: Komm und mach mit.
Doch Papa Zwei zögert erst, dann steht er auf und geht zum Klettergerüst. Da er mit seinen Händen nicht an die Sprossen ran reicht, hebt Papa Bär ihn einfach hoch, so wie vorhin seinen Sohn. Und jetzt hangeln und schwingen sie zu dritt. Nach einer Weile springen die beiden Väter ab und Papa Bär legt seinem Gegenüber die Pranke auf die Schulter und sagt: “Na, hat doch Spaß gemacht!”. Papa Nummer zwei versteht zwar kein Wort, aber er strahlt über das ganze Gesicht.


Bald ist Pfingsten.
In der Bibel wird erzählt, dass damals in Jerusalem Menschen aus vielen Völkern, Stämmen und Sprachen versammelt waren und sich plötzlich ein Getöse erhob, “wie wenn ein Sturm daherfährt.”
Und auf einmal verstanden sich alle, auch wenn ihnen die Sprache des jeweils anderen fremd blieb.
Wir nennen dieses Ereignis: das Pfingstwunder.


Ich bin froh, dass auch an Pfingsten 2014 dieses Wunder geschehen kann und Menschen sich verstehen, auch wenn sie die Sprache des anderen nicht sprechen.




Text: Marita Rings-Kleer Vor meinem Bürofenster fährt jeden Morgen der Briefträger auf seinem Fahrrad die Steigung hinauf. Dabei sitzt er ganz entspannt und kerzengerade auf seinem Drahtesel und fährt mühelos die Straße hoch.
Als ich ihn zum ersten Mal sehe, bin ich beeindruckt, aber dann entdecke ich, dass er eins von diesen trendigen E-Bikes fährt.
Ein paar Tage später fragt mich eine Freundin, ob ich mit ihr bei einem E-Bike-Probefahren mitmachen möchte.
Natürlich wollte ich!
Und so fahren wir beide los, ganz mühelos und entspannt wie unser Briefträger. Und immer dann, wenn es steiler wird, schalten wir Energie aus dem Motor zu. Nach kurzer Zeit können wir die “Power” schon gut und präzise dosieren und erleben so eine lustige und wenig anstrengende Fahrradtour.
Eigentlich bin ich ja eher der “Wander-Typ”: ich bin gerne und oft auf eigenen Füßen und mit eigener Kraft unterwegs.
Aber an diesem Tag mit dem E-Bike habe ich gelernt, dass ich nicht immer alles allein machen und leisten muss und dass ich hin und wieder etwas “Power” von außen zuschalten kann.


Für mein Leben als Christin zeigt mir die Fahrrad-Tour: so ab und an, wenn meine Wegstrecke mal wieder schwieriger wird, kann ich gerne auf die “Power” Gottes zurückgreifen.
Er bietet sie mir an und z.B. ein Gespräch mit ihm kann so ein “Zuschalten” von Gottes Energie sein.
Damit komme ich möglicherweise etwas entspannter durch mein Leben, ganz besonders dann, wenn es mal wieder sehr mühsam ist.


Text: Marita Rings-Kleer

JONA V

13Die Männer aber ruderten mit aller Kraft, um wieder an Land zu kommen; doch sie richteten nichts aus, denn das Meer stürmte immer heftiger gegen sie an.

14Da riefen sie zu Jahwe: Ach Herr, lass uns nicht untergehen wegen dieses Mannes und rechne uns, was wir jetzt tun, nicht als Vergehen an unschuldigem Blut an. Denn wie du wolltest, Herr, so hast du gehandelt.

15Dann nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer und das Meer hörte auf zu toben

16Da ergriff die Männer große Furcht vor Jahwe und sie schlachteten für Jahwe ein Opfer und machten ihm viele Gelübde.

 

So einfach war es für Mannschaft nicht.
Die Seeleute konnten Jona nicht einfach so ins Meer werfen. So versuchen sie wieder an Land zu kommen,mit eigenen Kräften wieder Boden unter die Füße zu bekommen.
Dafür rudern sie mit aller Kraft, wahrscheinlich bis all ihre Kräfte zu Ende gegangen sind.

Doch nun – ihre Kräfte haben nicht ausgereicht.Jetzt bleibt ihnen keine Wahl.
Sie wissen, was sie tun.Sie werden einen Menschen töten. Jona opfern.
Für ihn Wohlergehen und das des Schiffes. Es geht einfach nicht anders.

Und sie haben Angst vor diesem Gott des Hebräers und so rufen Sie zu diesem Gott, den Gott Jahwe:
„Wir haben keine andere Wahl mehr, schau auf uns und auf unsere Unschuld, wir werden ja im Grunde von dir dazu gezwungen.“

Und – sie werfen Jona ins Meer.

Und das Unfassbare, zwar Erhoffe, aber Unglaubliche geschieht. Das Meer beruhigt sich – wird wieder still und friedlich. Die Gefahr für Leib, Leben und das Schiff ist gebannt.

Jetzt erfasst die Mannschaft erst recht große Furcht von diesem Gott. Diese Furcht zeigt, dass sie nicht an eine Rettung geglaubt haben. Jona ins Meer zu werfen, war nur ein Strohhalm, an den sie sich klammerten. Eine letzte Möglichkeit dem Tod durch das Meer, durch den Sturm zu entkommen.Die Tatsache sterben zu müssen, mit der sie sich schon abgefunden hatten.

Doch dieses Erleben – kurz vor dem eigenen Tod, durch das Opfer eines Gläubigen dieses Gottes – und noch von diesem Gott Jahwe gerettet zu werden – das ist fast zu viel.
Sie fallen zurück in alte Muster – glauben diesen Gott besänftigen zu müssen – mit weiteren Opfern und mit Gelübden.

Unglauben – wir doch nicht.

Wie oft jedoch befinden wir uns in Stürmen und sind auf unruhigem Meer unterwegs – spüren das eine Entscheidung ansteht und trotzdem rudern wir auch jeden Tag mit vollen Kräften um unsere Haut zu retten.
Arbeiten bis zum Umfallen – Arbeiten und vergessen dabei uns, unserer Familie und unsere Freunde und schließlich Gott.

Wenn wir uns dann entscheiden – oder Andere und Anderes sich für uns entscheidet und wir ins buchstäbliche Wasser und wilde Meer geworfen werden, wundern wir uns und denken vielleicht – warum musste es so weit kommen.

Doch dieser kurze Augenblick, als die Mannschaft erschöpft mit dem Rudern aufhört und nachdenkt, nachfühlt, wie es weiter gehen könnte, kurz bevor Jona ins Meer geworfen wird -  dieser Moment könnte uns ein Zeichen sein, unsere Ruder liegen zu lassen und im Sturm des Alltag nachzudenken, nachzubeten.

Was ist jetzt zu tun.
Was von mir muss ich loslassen.
Was gehört Gott überlassen mit all dem Vertrauen, dass Glaube ausmacht.
Was von mir gehört ins wilde Meer geworfen, damit es ruhiger wird in meinem Leben.

Und treffen wir die notwendige Entscheidung. Kehren wir uns. Besinnen uns.

Dann können wirmit einer Hoffnung in die Zukunft zu gehen, das wir mit Gottes Hilfe die richtigen Entscheidungen treffen und das Gott diese mit uns geht.

Und das Meer beruhigt sich – wird wieder still und friedlich.

 Text: Andreas Maria Baumeister

Gegen meine Friseuse ist der NSA Kinderkram.
Da, wo hochdotierte Spezialisten mit viel technischem Auswand an Infos über uns und unser Leben gelangen, da fragt meine Friseuse einfach nur “Und, wie geht`s uns heute?
Und schon erzählen ihr Kundinnen und Kunden, was sie im Augenblick bewegt. Während meine Friseuse Haare schneidet, Locken wickelt und Farbe aufträgt erfährt sie alles, aber auch wirklich alles, was den Menschen da unter ihre Schere und Haube so beschäftigt:
Familiensorgen, Stress am Arbeitsplatz und mit Kolleginnen, Krankheiten und Leiden aller Art bis hin zu Todesfällen in der Nachbarschaft und Schicksalsschlägen in europäischen Königshäusern. Rezepte und Ratschläge für ein besseres Liebesleben werden ebenso weitergegeben wie neueste medizinische Infos, Psychotipps und Urlaubstrends.
Aber das Beste ist: meistens hört sie einfach nur zu.
Stunde um Stunde, Geschichte um Geschichte, Leben nach Leben – den ganzen Tag.


Und wenn die Menschen dann mit ihrer neuen Frisur abziehen, dann haben sie eine heilsame Seelenkur gratis dazubekommen.
Denn Zuhören-können ist eine Gabe und ein Geschenk für den, dem zugehört wird. Wo geschieht das heute noch, in einer Welt, in der jeder zu Wort kommen will und in der dann nur auf die gehört wird, die am lautesten schreien.
Da ist mein kleiner Friseurladen eine richtige Oase für die Menschen. Hier brauchen sie nicht zu schreien oder sich vorzudrängen, hier können sie einfach drauf los erzählen, vom Hölzchen zum Stöckchen, sich so vieles von der Seele reden, Dinge, die sie auf dem Herzen haben, die sie erfreuen oder belasten: alles darf gesagt werden – und meine Friseuse hört zu. So einfach ist das!


Mein Masseur kann das übrigens auch.
Und mein Mann auch, wenn er mit dem Besen in Hand samstags den Bürgersteig kehrt und die Nachbarn vorbeigehen.
Und ich auch!
Wir alle erfahren beim Zuhören so viel von unseren Mitmenschen.
Doch wir wollen sie nicht abhören oder gar aushorchen, sondern wir hören einfach nur zu.
Ohne Technik, ohne Mails, nur mit unseren Ohren und unseren Herzen.


Text: Marita Rings-Kleer

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Vor einigen Monaten hat mich meine Generaloberin Jane Livesey CJ (www.congregatiojesu.org) besucht. Sie hat jeder Schwester, so auch mir, die Frage nach der Berufung gestellt. Ich antwortete spontan: Willst du die lange oder die kurze Version? Sie wollte die lange Version! Die ist aber definitiv für einen Blog zu lang, deshalb gibt es eine Kurzversion. Wenn Du mehr wissen willst – einfach fragen.
Ich bin Sr. Simone Remmert CJ. Das CJ steht für meine Ordensgemeinschaft Congregatio Jesu, der ich nun über 29 angehöre.
Meine Berufung fing vielleicht schon damit an, dass ich ab meinem 12. Lebensjahr, nach mehreren Hüftoperationen, viel zu Hause war, wegen der Krücken nicht so weg konnte.
Da ist in der Stille wahrscheinlich langsam etwas gewachsen. So richtig deutlich spürte ich dann einen Ruf, eine Sehnsucht, als ich als Erzieherin in einer heilpädagogischen Einrichtung arbeitete. Eine frühere Mitschülerin war in die Congregatio Jesu eingetreten und ich besuchte sie häufiger. Da tauchte dann immer neu und intensiver die Frage auf: Will ich das auch? Soll ich das auch? Kann ich das auch? Und irgendwann, nein, genau am Karsamstag 1983, fragte ich Jesus: Willst DU das? Und da wusste ich plötzlich sehr genau wie mein Weg weitergehen sollte.
1984 bin ich eingetreten, habe meine Ordensausbildung in Mainz und Bamberg gemacht und habe dann Sozialpädagogik in Freiburg studiert. Danach durfte ich für fast ein Jahr nach Zimbabwe/Afrika. Anschließend habe ich 11 Jahre in unseren Kinderheimen gearbeitet, um dann mit vier Mitschwestern eine neue Kommunität in Hannover zu gründen. Dort, im Bistum Hildesheim, habe ich viel mit jungen Erwachsenen gearbeitet, Exerzitien, einzelne Menschen und Gruppen auf ihrem geistlichen Weg begleitet.
Es schlossen sich zwei Jahre Leitung des Noviziats an und seit dem 1.8.13 bin ich nun Referentin für die Berufungspastoral im Bistum Trier. Die Zeit zwischen der Leitung des Noviziats und meinem Anfang hier ist eine eigene Berufungsgeschichte. So wie Berufung nicht einmalig ist, sondern unser ganzes Leben begleitet. Mit Gott auf dem Weg zu sein heißt täglich neu zu schauen, wie er mich besser gebrauchen und wie ich ihm besser dienen kann.
Eine meiner Lieblingsaufgaben ist dabei die Internetseelsorge, also schreibt mich an hier im Blog oder bei geist-erfahrer bei facebook oder im Kloster bei www.kirche.funcity.de. Fragen erwünscht!!!


Behüt Dich Gott wünscht Dir Sr. Simone

Auf dem Display meines Handys ist das kleine Symbol einer Batterie. Wenn der Akku nun leer wird, dann wird dies angezeigt, indem die kleine Batterie grün aufleuchtet und auch mit einem Piepton hörbar gemacht. Ich muss den Akku dann an einer Steckdose neu aufladen und habe wieder genug Energie, um ungehindert weiter telefonieren zu können. Wir Menschen brauchen auch Energie, um unser Leben und unseren Alltag gut bewältigen zu können. Doch leider gibt es kein kleines Symbol und keinen Piepton, der uns darauf aufmerksam macht, wenn unsere Energie aufgebraucht ist.


So kurz vor der Sommerpause merken wir es aber doch, weil wir nämlich müde, geschafft, angespannt, vielleicht auch gereizt oder genervt sind.
Dann sind unsere Akkus leer und es wird Zeit, sie neu zu laden. Gut, dass es dann die Sommerferien gibt.
In den Ferien ist das Tempo überall gemächlicher und langsamer, viele Menschen haben Urlaub und können sich erholen. Zuhause oder unterwegs spielt da keine Rolle. Länger schlafen, im Schwimmbad oder auf der Terrasse im Liegestuhl entspannen, wandern oder sich einfach etwas Gutes gönnen – es gibt so viele Möglichkeiten, die „Akkus“ neu zu laden.

Und auch die „Glaubens-Akkus“ können dann einmal in den Blick genommen werden. Nicht nur zur Ruhe kommen, sondern in der Stille Kontakt zu Gott aufnehmen, beten oder eine Kirche besuchen – so kann ich meinen „Glaubens-Akku“ mit neuer Energie füllen.
Ich wünsche uns allen, dass wir dazu viele Gelegenheiten finden. Und ich wünsche uns, dass wir aus der Sommerpause gut erholt zurückkommen und mit viel neuer Kraft den Rest des Jahres bewältigen.


Marita Rings-Kleer Apg 6,1-7 Die Zwölf sind ganz zugedeckt mit Arbeit – und immer noch sind die Menschen nicht zufrieden. Die Hellenisten fordern mehr Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse.
Das alles können die Zwölf nicht schaffen! Allen, die hauptberuflich oder auch engagiert ehrenamtlich in der Kirche tätig sind, kommt diese Situation bekannt vor: wer engagiert ist, bekommt noch eine Aufgabe dazu.
Aber darum geht es ja nicht: mit immer weniger Leute ein immer größeres Pensum zu bewältigen. Nein, der Geist Gottes wirkt kreativ und beruft Menschen mit ihren jeweils speziellen Charismen. Das haben die Apostel zu dieser Zeit gut und klar erkannt: es gibt viele Gaben, aber nur den einen Geist. Nicht jeder muss alles tun und alles können. Und so überprüfen sie, was ihr persönliches Charisma ist, der Dienst zu dem sie speziell berufen sind. Diesen Dienst nehmen sie wahr und übertragen andere, ebenso wichtige Aufgaben anderen, die auch berufen sind – zu einem anderen Dienst.
Dieses Vorbild könnte uns heute auch Ansporn sein, viele Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben zu betrauen, nachzufragen „kannst du diese Aufgabe übernehmen?“ und so viele mit auf den Weg des Glaubens zu nehmen.
Als Mitarbeiter des Geistes sind wir berufen, die Augen offen zu halten: wer kann in unserer Gemeinde, in meinem Umfeld, vielleicht durch mich angesprochen und so berufen werden und zur großen Gemeinschaft der Glaubenden hinzugewonnen werden?

Der Geist beruft – auch durch uns.

Marianne Krämer-Birsens, Gemeindereferentin in Kruft _ Meine Kleine wird bald getauft. Da war es an der Zeit, einmal die Bücher zu wälzen und einen schönen Taufspruch herauszusuchen.
Das mache ich schon immer gern, dieses Stöbern und Hervorkramen von Büchern und Themenheftchen, die irgendwo tief vergraben liegen. Dabei kann ich so schön nachdenken und mir kommt allerhand eigentlich Vergessenes in den Sinn. Woher ich die Bücher habe zum Beispiel oder wann ich sie das letzte Mal benutzt habe und wofür.
Und schon bin ich mitten in diesen warmen, gemütlichen Gedanken an Momente, die mich glücklich gemacht haben: die Vorbereitung unserer Hochzeit vor zwei Jahren oder auch die Abschiedspredigt in meiner Ausbildungsgemeinde, für die ich den einen oder anderen Kniff aus dem Ärmel gezaubert habe. Und während ich noch so darüber nachdenke und stöbere und blättere, bleibe ich an einem Satz hängen. Ich will ihn schon überblättern, schließlich ist da vom Geist Gottes die Rede – und das passt doch eher zur Firmung. Der innere Zensor sagt nein dazu. Schade eigentlich.


Aber irgendwie bleibe ich an dem Satz hängen. Na gut, ich schreibe ihn mal raus, dafür findet sich doch sicher noch ein Anlass, denke ich und suche weiter nach Taufsprüchen. Ich finde die ganzen gängigen Verse und Sprüche und kann mich schon fast anfreunden. Doch der Satz bleibt mir im Kopf, so ganz lebendig und wohlklingend. Bei der Hochzeit hatte ich auch einen ausgefallenen Spruch ausgewählt, der nicht auf den ersten Blick mit dem Zauber der romantischen Vermählung zu tun hatte. Das passt gut zu uns, denn so romantisch und rosarot ist die Wirklichkeit eben auch nicht. Und das ganz sicher nicht bis zum Ende des gemeinsamen Lebens. Wir versuchen eher, einander ein Leben lang in Liebe zu ertragen (Eph 4,2).
Warum also nicht auch bei der Taufe etwas Untypisches?

Das ist es also geworden: Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. (2 Kor 3,17)
Eine Erfahrung, die ich mit meinem ganzen Leben bezeugen kann. Wo er mich hingezogen hat, da habe ich eine innere Freiheit gefunden, wie ich sie mir nie habe träumen lassen. Klosteraufenthalt, Studium, Ausbildung und Beruf. Warum ich letztlich den Mut hatte, den Weg mit ihm weiterzugehen, mich immer weiter auf ihm einzulassen kann ich nur so erklären. Wo er ist, da ist Freiheit, innere Ruhe und Gewissheit, letztlich doch am richtigen Platz zu sein, trotz aller Fragen und allem Zweifeln.
Diese Erfahrung wünsche ich auch meiner Tochter, wenn sie in einigen Wochen ganz offiziell den Weg mit ihm beginnt.

Susanne Münch-Kutscheid Vor ein paar Tagen treffe ich einen Freund, der gerade aus Santiago de Compostella zurückgekehrt ist. Den ganzen Jakobsweg von der französisch-spanischen Grenze bis zur Kirche des heiligen Jakobus ist er zu Fuß gegangen, keine Etappe hat er ausgelassen und ist sichtlich stolz darauf.
Und: er ist so schnell gegangen, dass er vor der geplanten Zeit die Rückreise antreten konnte. Ich freue mich mit ihm und wir reden lange über seine Erlebnisse.

Eines davon beschäftigt mich seitdem: Immer wieder, so erzählt er, nehmen Pilger, die müde sind vom Gehen, für eine Etappe oder ein Teilstück den Bus. Er hat das bedauert, weil so Kontakte, die er zu Menschen, die mit auf dem Weg waren, geknüpft hatte, wieder abrissen. Die anderen kamen etwas schneller voran. Und die Pilgerordnung sieht ja auch vor, dass nur der Pilger die begehrte Urkunde bekommt, der nachweislich die letzten 100 Kilometer gegangen ist. Was aber vorher war, ist da nicht so wichtig.

Ja, denke ich bei mir, das ist ja wie im richtigen Leben. Auch da denkt so mancher Zeitgenosse, dass er sich Wegstrecken sparen kann, indem er oder sie Abkürzungen bzw. bequemere Reisemöglichkeiten wählt.
Aber so ist das Leben nicht: nur wer die ganze Wegstrecke geht, hat das ganze Leben gelebt. Und die, die glauben, abkürzen zu können, müssen am Ende oft noch Schleifen dranhängen, um ans Ziel zu kommen.


Auch wenn es manchmal sehr mühsam ist, ich versuche auf dem Weg zu bleiben, mich durchzubeißen, hin und wieder eine Pause zu machen und weiterzugehen. So will ich das Ziel erreichen, das ist richtiges Pilgern und richtiges Leben – sagt auch mein Pilger-Freund.


Text: Marita Rings-Kleer Du Geist der Vielfalt

brich ein in unsere Enge

sprenge die Mauern in uns

überflute die engen Grenzen

die wir schaffen – innen wie außen -

und lass uns teilhaben

an deiner Freude an der Buntheit des Lebens!



Hannelore Bares _

Die geschenkten Charismen dienen nicht dazu,
uns in der Welt bemerkbar zu machen oder gar hervorzuheben.
Der Wert der Geistes Gaben liegt im Geist, der uns mit Gott verbindet.
Er macht uns inwendig lebendig und unabhängig von den Gunstzuweisungen,
die nur von außen glänzen.


Rüste deinen Geist,
indem du dich an Gottes Geist neu bindest.
Er schenkt dir Einsicht in dein Sein und Handeln
und weiht dich ein in den Gleichmut aller Dinge,
damit du mehr und mehr den Frieden findest.


Freunde dich an mit dem, was ist
und dann lass los,
in der Gewissheit, dass Gott es in seiner Weisheit für dich fügt.

(c) Petra Stadtfeld_
2 Kor 12, 1-10-die sogenannte Narrenrede


“1Ich muss mich ja rühmen; zwar nützt es nichts, trotzdem will ich jetzt von Erscheinungen und Offenbarungen sprechen, die mir der Herr geschenkt hat.
2Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde; ich weiß allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, nur Gott weiß es.
3.4 Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde; ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, weiß ich nicht, nur Gott weiß es. Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.
5Diesen Mann will ich rühmen; was mich selbst angeht, will ich mich nicht rühmen, höchstens meiner Schwachheit.
6Wenn ich mich dennoch rühmen wollte, wäre ich zwar kein Narr, sondern würde die Wahrheit sagen. Aber ich verzichte darauf; denn jeder soll mich nur nach dem beurteilen, was er an mir sieht oder aus meinem Mund hört.
7Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.
8Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse.
9Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.
10Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.”


Zusammen mit Bischof Dr. Stephan Ackermann, den beiden weiteren Weihbischöfen unseres Bistums, den Dechanten und den Direktoren des Generalvikariats war ich im März dieses Jahres neun Tage in der Türkei auf Studienfahrt. Auf der rund 2000 Kilometer langen Tour besuchten wir die Stätten der frühen Christenheit und waren auf den Spuren des Apostels Paulus unterwegs. Wir ließen uns von ihm inspirieren.
Besonders bedeutsam ist für mich dabei die sogenannte „Narrenrede“ (2Kor 12,1-10) des Apostels Paulus geworden.
Was ist die Kunst eines Narren? Constantin von Barloewen beschreibt es in seinem Buch „Versuch über das Stolpern“. Stolpern, so sagt von Barloewen, ist sogar ein Glück. Damit meint er zum einen natürlich das Lachen der Zuschauer. Denn wie der Narr das Stolpern und das Scheitern vorführt, das lässt die Zuschauer lachen, erfreut sie und macht manche sogar gesund. Wer einen Narren beobachtet hat, weiß das.
Der Narr spielt dem Publikum vor, wie Leben sein kann: es sollte alles so glatt und gut von der Hand gehen, wie geplant und geschmiert laufen – und dann kommt doch etwas dazwischen; etwas, das zögern, stolpern und manchmal scheitern lässt. Und da, an dieser Stelle des Scheiterns, kommt eine Wende ins Spiel: der Narr tröstet und ermutigt nämlich sein Publikum und zwar dadurch, dass er dieses Stolpern und Scheitern annimmt und bejaht. Da hat man Pläne, Träume und Wünsche ans Leben und dann liegt man doch auf der Nase. Leben, das beinhaltet Überraschungen, Stolpern, Scheitern – und Neuanfänge.
In dieser „Narrenrede“ hören wir von Paulus, dass er zweimal „entrückt“ wurde, einmal in den dritten Himmel, ein anderes Mal ins Paradies. Und weil ihm diese Visionen zuteil wurden, fühlt er sich in gewisser Weise privilegiert. Abgesehen davon, so sagt er, bin ich eine ganz schwache Person. Denn wie dem Narren, so kommt auch ihm auf seinem Weg stets das Leben, das göttliche Leben dazwischen. Paulus spricht auch vom „Stachel im Fleisch“, der ihn regelmäßig quälte. Wahrscheinlich ist damit eine schwere Krankheit gemeint, unter der Paulus sehr gelitten haben muss.
In drei kurzen Sätzen lässt sich zusammenfassen, was er über sich selbst sagt:
• Ich bin stark und schwach zugleich.
• Mir sind Gottesbegegnungen zuteilgeworden.
• Ich bin geschlagen mit einer schweren Krankheit.
Paulus hat gelernt, sich anzunehmen, das heißt, sich Bewusstwerden, dass ich ein sterblicher Mensch bin, jemand, der Krankheiten überlebt und Schmerzen getragen hat, ein sterblicher Mensch, dessen Lebenszeit begrenzt ist, keine Heldin, kein Held, keine Superfrau, kein Supermann. Bei Paulus stößt diese nüchterne Selbstannahme mit dem Glauben an den biblischen Gott zusammen. Und das führt ihn sogar über die Selbstannahme hinaus. Gott sagt ihm, „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.“
Damit ändert sich alles. Aus dem eigenen Rühmen wird das Lob Gottes. Aus dem Kreisen um sich selbst wird das Kreisen um den lebendigen Gott. Aus der Leidensgeschichte der Krankheit wird eine Lobgeschichte des Glaubens. Aus Schwäche wird Stärke und Gottvertrauen.
Paulus wird uns zu einem sympathischen Begleiter, der wie unsereins mit Stolpern und Scheitern im Glauben und im Leben mit auf dem Weg ist.


+Robert Brahm Wochenlang, monatelang habe ich mich auf diesen Moment gefreut. Endlich ist sie da. Nach 40 Wochen Höhen und Tiefen, Sorgen und riesigem Freudentaumel liegt sie endlich in meinen Armen. Gott hat uns ein großes Geschenk gemacht.
Endlich ist sie da. Endlich kann ich sie ansehen. Es ist einer dieser traumhaften Momente, die ich so gerne festhalten möchte. Ich kann mein Glück kaum fassen.
Und ich bin stolz auf uns, wir sind 9 Monate lang ein gutes Team gewesen, meine Tochter und ich. An diesem Gefühl möchte ich gerne festhalten, diese Stärke rüber retten in die neue aufregende Zeit. Wenn der Alltag mir so vieles abverlangt, vergesse ich fast, was wir schon gemeinsam durchgestanden haben. Anträge sind zu schreiben, Kinderarztbesuche zu vereinbaren, Termine zu koordinieren und so viel Neues zu lernen. Es wird langsam wieder geschäftig in meinem Leben. Den Moment kann ich nicht festhalten, leider. Die Uhr dreht sich weiter, die Ruhezeiten werden geringer. Die Auszeit ist fast zuende.
_ Wie bei Prüfungen in der Schule oder anderen Herausforderungen habe ich mir schon vor dem eigentlichen Ereignis überlegt, womit ich mich für all das Erlebte belohnen möchte. Nicht im materialistischen Sinne, um zu konsumieren oder um meinen Status zu beweisen.
Um irgendwie greifbar zu machen, was ich denke. Einen Gegenstand symbolisch aufzuladen. Solche Dinge gibt es in meinem Leben häufiger. Sie haben oft keinen Wert an sich, Außenstehende begreifen nicht, warum ich so leidenschaftlich an ihnen hänge.
Das kann ein Spiel aus meiner Kindheit sein oder ein Buch, ein Brief, eine Muschel – oder eben wie in diesem Fall: Die Lieblingsschuhe meiner Jugendzeit.
Der Postbote hat sie mir heute gebracht. Ich habe mich seit Monaten auf sie gefreut. Sie sagen mir, dass ich etwas Großes geschafft habe. Etwas vor dem ich viel Angst hatte und dem ich mich mutig gestellt habe.
Und sie drücken meine übergroße Freude darüber aus, dass alles gut geworden ist. Da ist es nur richtig, dass sie dieses Mal rosa sind. Rosa wie die Farben der Freudensonntage Laetare und Gaudete.


Susanne Münch- Kutscheid _


Ich bin ein Rheinländer, der ins Saarland “übergelaufen” ist und hier eine Heimat gefunden hat. (Unter anderem meiner Frau Monika wegen!)

Bin ein Mensch, der sich für vielerlei Musik begeistern kann. (Momentan vor allem für Peter Gabriels “Scratch my back”.)

Bin passionierter Cineast und leidenschaftlicher Leser (vor allem Historisches und Kriminelles).

Ob im Film, im Buch oder im „normalen Leben“: Mich faszinieren vor allem Geschichten, die unerwartete Wendungen nehmen. Die zu Lösungen führen, mit denen man nicht gerechnet hat. Und die zu einem „Häh?“-Moment führen und komplettes Umdenken fordern.

Ins Kino und zum Lesen komme ich zwar nicht mehr so oft, seit unser zweijähriger Sohn Lukas mein Leben auf den Kopf stellt.

Aber auch in meinem Beruf als Seelsorger und Organisationsberater begegnen mir solche erstaunlichen Situationen, die sich unerwartet verwandeln. In denen Probleme zu Lösungen werden, wenn ich sie nicht krampfhaft verändern muss.

Und die verblüffende Erfahrung, dass die Medaille plötzlich drei Seiten hat …


Thomas Equit ist Pastoralreferent und arbeitet als Dekanatsreferent im Dekanat Saarbrücken

Am Wochenende gibt es bei uns Brötchen zum Frühstück. In der Bäckerei an der Ecke ist dann morgens immer viel los. Aber heute bin ich der einzige Kunde. Während die Verkäuferin die Brötchen in eine Tüte packt, fällt mein Blick auf ihr Namensschild. Hatten die hier schon immer Namensschilder? Das war mir noch nie aufgefallen, aber vielleicht habe ich einfach nie darauf geachtet. Diese Verkäuferin hat mich jedenfalls schon häufiger bedient, aber als „Frau D.“ habe ich sie noch nie angesprochen. Vielleicht weil ich schnell zahlen und wieder nach Hause wollte?

Ob ich sie jetzt mal mit ihrem Namen anspreche? Ich zögere einen Moment. Aber warum eigentlich nicht? Damit zeige ich ihr doch, dass ich sie wahrnehme und schätze – nicht nur ihr Brot. Ich selbst werde auch gern wiedererkannt und mit meinem Namen angesprochen.

Beim Propheten Jesaja steht: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Das ist eine meiner Lieblingsstellen in der Bibel, eine Zusage, die Gott jedem Menschen gibt. Sie erinnert mich daran, dass ich für Gott unverwechselbar und einmalig bin. Dass er mich bei meinem Namen nennt, weil ich ihm wichtig bin. In der Bibel wird das für das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen gesagt: Aber eigentlich passt dieser Jesaja-Vers doch auch hier in der Bäckerei.

„Danke schön, Frau D.“, sage ich also und nehme die Brötchentüte entgegen. Sie schaut mich verblüfft an. Ich zeige als Erklärung auf ihr Namensschild und frage nach: „Werden Sie hier oft mit Ihrem Namen angesprochen?“ – „Nee, nur ganz selten!“ Sie denkt darüber kurz nach und ergänzt dann: „Nach meinem Namen fragen die Kunden eigentlich nur, wenn sie sich beschweren wollen!“

Wie schade, dass es dafür erst einen negativen Anlass braucht. Und dass Freundlichkeit und Aufmerksamkeit im Alltag so schnell untergehen. Auf die Idee, Frau D. mit ihrem Namen anzusprechen, bin ich ja sonst auch noch nie gekommen. Wer denkt schon an Jesaja, wenn er seine Brötchen bezahlt?

Als ich mich von Frau D. verabschiede, nehme mir vor, sie beim nächsten Mal mit ihrem Namen zu begrüßen.

Frohe Ostern wünsche ich Ihnen! In der letzten Woche haben wir Christen das Osterfest gefeiert- die Auferstehung Jesu Christi. Kurz gesagt, feiern wir, dass Christus nicht tot geblieben ist, sondern lebendig wurde. Er lebt, anders und verwandelt, aber leibhaftig. So bezeugen es viele Menschen, die ihm nach seiner Grablegung begegnet sein wollen. Kann man das heute noch glauben? Das jemand aufersteht, weiterlebt nach seinem Tod? Wir möchten nicht mehr so gerne glauben, wir möchten lieber wissen. Sehen. Zählen, wiegen, messen, berechnen. Wissen. Und etwas zu wissen, was vor 2000 Jahren Einige aufgeschrieben haben, ist schier unmöglich. Und dennoch glaube ich daran! Meinem Cousin, einem glühenden Atheisten, habe ich versprochen, sofort den Glauben fallen zu lassen und den Beruf zu wechseln, sobald er mir beweist, dass der Glaube an Gott, an die Auferstehung und an alles, was ich glaube gegen den Verstand ist. Bis jetzt bin ich bei meinem Glauben geblieben. Zum Thema ‚Leben nach dem Tod’ habe ich ihm vor einiger Zeit ein paar Verse geschickt, die mir wertvoll geworden sind: „Zur Nacht hat ein Sturm alle Bäume entlaubt, sieh sie dir an, die knöchernen Besen. Ein Narr, wer bei diesem Anblick glaubt, es sei je Sommer gewesen. Und ein größerer Narr, wer träumt und sinnt, es könnte je wieder Sommer werden. Und grade diese gläubige Narrheit, Kind, ist die größte Wahrheit auf Erden!“ (Ernst Ginsberg). Frohe Ostern! 8Da fragten sie ihn: Sag uns, was treibst du für ein Gewerbe und woher kommst du, aus welchem Land und aus welchem Volk?
9 Jona antwortete ihnen: Ich bin ein Hebräer und verehre Jahwe, den Gott des Himmels, der das Meer und das Festland gemacht hat.
10Da bekamen die Männer große Angst und sagten zu ihm: Warum hast du das getan? Denn sie erfuhren, dass er vor Jahwe auf der Flucht war; er hatte es ihnen erzählt.
11Und sie sagten zu ihm: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer sich beruhigt und uns verschont? Denn das Meer wurde immer stürmischer.
12Jona antwortete ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, damit das Meer sich beruhigt und euch verschont. Denn ich weiß, dass dieser gewaltige Sturm durch meine Schuld über euch gekommen ist.

Die Mannschaft des in Seenot befindenden Schiff hat trotz Sturm und Unwetter ihr Interesse an Jona bekundet. Sie interessieren Sie für ihn, den unbekannten, stillen – sich versteckenden Passagier. Seine Antwort überrascht die Seeleute sehr, denn ganz stolz und voller Autorität verkündet er: “Ich bin ein Hebräer und verehre Jahwe.” Und er erklärt sofort die Autorität seines Gottes: “Er, Jahwe, ist der Gott des Himmels und der das Meer und das Festland gemacht hat.”
Gibt es eine größere Autoriät – als der Gott des Himmel, der Erde und des Meeres. Verständlich das die Schiffsleute große Angst bekamen. Ein so großer mächtiger Gott – der nicht nur herrscht – sondern den Himmel, die Erde und die Wasser geschaffen hat. Ein Schöpfergott – der nicht nur verwaltet sondern erschafft, hat auch das Recht zu vernichten – könnte ein Gedanken der Seeleute gewesen sein.
Und nicht nur das – Jona war vor diesem so mächtigen Gott geflohen. Wie kann ein Mann, ein Mensch so arrogant sein, das er meint, vor so einem starken allmächtigen Gott fliehen zu können. Für die Seeleute – undenkbar. Vor so einem Schöpfergott läuft man nicht davon. Doch sie fällen immer noch kein Urteil über ihn. Er ist immer noch – trotz all dem Ärger, den er dem Schiff und seiner Besatzung eingebracht hat – eine Autorität.
Er selbst – so sagen sie, soll entscheiden, was diesen Gott besänftigen könnte. Er selbst – so wollen sie, soll das notwendige tun und anweisen, was ihr Leben retten könnte. “Werft mich ins Meer” gibt er ihnen als Auftrag. “Dann wird mein Gott euch lassen, denn ich habe dies zu verantworten.” Verantwortung übernehmen – Entscheidungen treffen. Wie oft in unserem Leben würden wir diese gerne abgeben. Andere entscheiden lassen, damit wir nicht auch noch dafür verantwortlich sind – was mit uns geschieht.
Die Schiffsleute sind da ganz anders. Kommunikativ und systemisch – würden heute moderne Coachs vielleicht sagen. Verantwortung übernehmen für das eigene Tun und auch für den Ausgleich der Schuld selbst sorgen. – Kompetentes Sozialverhalten! Die Schiffleute fürchten vielleicht auch den Gott Jona´s. Aber sie machen nichts ohne Jona Handlungsanweisung. Er muß ja am besten seinen Gott kennen.
Kennen wir unseren Gott. Wissen wir was er von uns will, wenn wir falsch entschieden haben, falsch gehandeln, gesprochen haben. Fürchten wir uns vor seinem Zorn, oder vielleicht mehr vor seiner Barmherzigkeit. Weil seine Barmherzigkeit uns gegenüber größer ist, als unsere uns selbst gegenüber?


Diakon Andreas Maria BaumeisterVor ein paar Tagen im Schwimmbad. Ich ziehe meine Bahnen und als ich wieder einmal auf das Nichtschwimmerbecken zuschwimme, sehe ich ein kleines Mädchen – sechs oder sieben Jahre alt und ungefähr einen Meter groß. Sie steht am Rand des Nichtschwimmerbeckens, das 120 cm tief ist.
Hochkonzentriert steht sie da und starrt in das Wasser. Ich schwimme langsamer, ahne, was sie vorhat und halte mich bereit. Sie sieht mich nicht – sie sieht nur das Wasser.
Dann springt sie – geht unter, taucht wieder auf und prustet, hustet und versucht sich mich Zappeln und ungelenken Schwimmbewegungen Richtung Treppe zu bewegen. Ich sehe ihr zu und erkenne: das Mädchen braucht meine Hilfe nicht.


Sie schafft die drei Meter bis zur Treppe, nicht elegant oder souverän oder sportlich, aber sie schafft sie und greift schließlich erleichtert nach dem Handlauf.
Die Treppe führt flach ins Wasser und das Mädchen steigt sie hinauf – schreitet wie eine Königin und als sie endlich oben ist und kein Wasser mehr ihre Bewegungen hemmt, da fängt sie an zu tanzen und zu singen. Einfach so, auf der Stelle und nur für sich. Ihr Gesicht strahlt, sie wirft die Arme die Luft, dreht sich und singt.


Ich sehe ihr einige Augenblicke zu, lächle und habe das Gefühl: hier sehe ich pures Leben und pure Lebensfreude. Toll!
Und weil es gerade passt: absolut österlich!




Text: Marita Rings-Kleer

Vor einigen Tagen war ich mit einigen Kolleginnen und Kollegen in einer Kneipe, um die zuvor bestandene Examensprüfung zu feiern. Nach etwa einer halben Stunde fiel mir inmitten eines Wusts aus vergilbten und veralteten Plakaten ein relativ neues auf, auf dem stand: “Kollektiver Kirchenaustritt zum Hasenfest”. Zunächst war ich ein wenig über die Wortwahl verärgert und dachte daran, dass dies wieder so eine Hetzkampagne von irgendwelchen Atheisten sei. Daher schenkte ich dem Plakat keine weitere Beachtung und feierte noch ausgiebig mit meinen Begleitern. Allerdings lies mich diese Werbekampagne doch nicht wirklich los und gleich am nächsten Tag recherchierte ich ein wenig, was es mit diesem “kollektiven Kirchenaustritt” auf sich hat. Zu meiner Überraschung war neben den (obligatorischen) Atheisten auch eine Vielzahl von glaubenden Menschen diesem Aufruf gefolgt, weil sie sich von ihrer Kirche, gleich ob katholisch oder evangelisch, im Stich gelassen fühlten oder deren Haltung zu bestimmten Themen nicht mehr mittragen konnten. Statt wie am Vorabend Verärgerung zu spüren, machte sich bei mir nun ein Gefühl der Traurigkeit und des Verständnisses breit. Ich konnte es sehr gut nachvollziehen, dass Menschen an der Kirche leiden und als letzten Ausweg den Weg aus der Kirche wählen. Allerdings habe ich mir auch die Frage gestellt, was es genau ist, woran diese Menschen leiden. Ist es nur die Sexualmoral der Kirche, ihre Haltung zu Frauen im Priesteramt oder steckt doch mehr dahinter? Bei meinen Recherchen bin ich dann auf die Aussage einer Frau gestoßen, die als Grund für ihren Kirchenaustritt angab, dass sie sich nicht mehr von der Kirche getragen wisse, weil zu sehr Äußerlichkeiten im Vordergrund stehen statt der eigentlichen Mitte: Jesus Christus und seine frohe und frohmachende Botschaft. In einem gewissen Maße musste ich dieser Frau Recht geben. Auch ich leide des Öfteren daran, dass wir als Kirche zu sehr mit anderen Dingen als mit unserem Glauben beschäftigt sind. Allerdings mache ich auch immer wieder die Erfahrung, dass die Kirche, trotz ihrer Unzulänglichkeiten und Fehler, eine Stütze für mich ist, die mir durch die Verkündigung der frohen Botschaft Jesu Halt und Orientierung bietet. Dass dies nicht alle Menschen so erfahren, tut mir leid. Aber vielleicht kann gerade ein Aufruf zum Kirchenaustritt auch in der Kirche die Frage aufkommen lassen, warum viele Menschen sich nicht mehr von ihr getragen fühlen. Und vielleicht kommt es zu Aufbrüchen, so dass diese Menschen wieder etwas mit Kirche und ihrem Verkündigungsauftrag anfangen können. Ich persönlich bin mir sicher, dass wir mit unserem neuen Papst da auf einem guten Wege sind. Wenn sich dann die Kirche wieder mehr auf die Botschaft Jesu konzentriert, dann wird für viele auch Ostern wieder zu einer Zeit der Freude und nicht zu einem “Hasenfest”. Dessen bin ich mir sicher.

In unserer Kapelle in der Kirche St.Paulus in Saarbrücken hängt ein ganz modernes Kreuz – mein Lieblingskreuz, wenn es denn so etwas gibt. Es ist schlicht, aus hellem Holz gearbeitet und ohne Corpus. Kreuze ohne den sterbenden Jesus haben für mich persönlich eine sehr tiefe Aussagekraft:
Es lässt offen, wer an dieses Kreuz “genagelt” ist, in so manchen Momenten kann auch ich selbst es sein.
Und das Kreuz in St.Paulus hat noch eine technische Feinheit: hinter dem Kreuz sind Leuchtröhren angebracht und wenn sie eingeschaltet sind, leuchtet es ganz geheimnisvoll – ganz besonders dann, wenn die Kapelle nicht ganz hell ist. Das Kreuz ist dann für mich ein sehr intensives Symbol dafür, dass es im Leben immer zwei Seiten gibt:


Leid und Schmerz sind nie so absolut, dass nicht auch ein Licht darin oder dahinter erkennbar ist, sogar in Sterben und Tod.
Das Leben ist aber auch nie nur hell, es ist kein Spaziergang im Sonnenschein. Leben ist nicht nur Freude und Glück. Auch im schönsten Leben gibt es Krisen, Trauer, Verletzungen, Leid.
Im Leben gibt es immer beides und das eine folgt auf das andere, wie eine ewige Wellenbewegung.


Um darin nicht unterzugehen, gehört schon einiges dazu:
Geduld, im Dunkel auf das Helle und die Besserung zu warten oder Demut, um im Hellen auch für das Dunkel bereit zu sein.

Jetzt ist die Zeit, beides zu betrachten: Karfreitag und Ostern. Öffnen wir uns dafür!

Text: Marita Rings-Kleer

Im unmittelbaren Kontext von bevorstehenden Initiationssakramenten lässt sich die Frage “Was soll ich denn anziehen?” kaum umgehen. Aber nicht, weil ich sie mir selbst stelle (denn ich für meinen Teil, seit ich als Pastoralassistentin bei diversen liturgischen Diensten wie Predigen unterwegs bin, werfe mir schlicht und einfach den nächst besten nicht zu langen Messdienerkittel über…), sondern, weil gerade jüngere Menschen auf mich zukommen und dann ratlos vor mir stehen und von mir wissen wollen, was sie zum Gottesdienst denn bitte anziehen sollen.

 

Was ist angebracht, was nicht?

 

Und ich, als Menschenfischerin in Ausbildung, ich werde ihnen ganz bestimmt eine passenden Antwort geben können!

Meine Antwort, das bestätigen mir die großen verwunderten Augen meines Gegenübers, fällt dann gewissermaßen unerwartet aus: “Komm ganz normal. So wie immer und so.”

Come as you are.

 

So wie immer und so – das dachte sich wohl auch unser neuer Papst, der Franziskus, als er ohne (Skandal!) die berühmt berüchtigte purpurrote Stola mit dem Hermelinbesatz, die sein Vorgänger, der Bene, so gern  hatte, vor einer Woche auf die Loggia des Petersdoms trat um sich erstmals als neuer Pontifex Maximus zu präsentieren.

Leider nein, ich habe heute keinen Hermelin für euch!

Womöglich war ihm das zu viel Chichi, womöglich hatte er nach Jahren als Kardinal einfach mal die Nase voll von Rot…

Vielleicht wollte er ja doch tatsächlich ein Statement damit setzen…

Come as you are – vielleicht ist der neue Papst ja Nirvana-Fan…

Der Prakmatiker in mir ist ja der Meinung, er habe eine Tierfellallergie…

 

Bei uns bei Kirchens, den Katholiken im Besonderen, dreht sich viel um, nun, ich möchte es anhand eines oldschoolen Begriffes ausdrücken, Hoffärtigkeiten. Ein bisschen Gold und Silber, ein bisschen Glitzerglitzer, so wie es Deichkind in ihrem Lied Remmidemmi besingen.

Braucht unser Gott das?

Was wollen wir dem Globus mitteilen, wenn unser Kirchenoberhaupt einen toten Marder um die Schultern trägt und wir unsere (weiblichen) Kommunionkinder am Weißen Sonntag wie kleine Bräute im Gottesdienst auflaufen lassen? Wenn Gott von uns Menschen outfittechnisch irgendetwas erwartet, dann ist es wohl, dass wir uns in der Kleidung, die wir wählen, wohlfühlen. Denn das trägt dazu bei, dass wir uns in dem Körper, mit dem Gott uns Menschen in seiner Schöpfung bedacht hat, wohlfühlen. Gott hat uns in den Zehn Geboten nicht vorgeschrieben, wie wir zum Gottesdienst vom Styling her zu erscheinen haben, nein, er hat uns lediglich dazu eingeladen, überhaupt zum Gottesdienst zu kommen!

 

Als vor zwei Jahren bei der Erstkommunion meines Cousins eine Dame in meinem Alter tief dekolletiert in der Messe saß, so tief dekolletiert, dass man ihr übergroßes Tattoo in der Brustregion gut erkennen konnte, war das für den Dorfgossip ein Sakrileg. Well, dachte ich mir, why not, wenn sie sich so wohlfühlt. Und jeder, der sich darüber aufregt, hat im Grunde genommen viel eher ein Problem mit sich selbst als mit dem YOLO (you one live once)-Tattoo der jungen Dame. Denn ich bezweifle, dass sich diese zu Hause, im Vorfeld der Erstkommunion, stundenlang den Kopf zerbrach, wie sie möglichst viele Spießer prellen könnte!

 

Gott möchte, dass es uns gut geht! Und dazu gehört ohne Zweifel, dass wir uns in unserer Haut wohl fühlen. Das ist auch meine Antwort auf die große Outfit-im-Gottesdienst-Frage – komm so, dass du dich wohl fühlst! Wenn dazu gehört, dass du pünktlich mit Beginn der Fastenzeit anfängst Diät zu halten, damit Weißen Sonntag die Hose nicht mehr spackt: OK. Um damit aber irgendeine weltliche Hoffart zu bedienen: fragwürdig.

Sollten wir nicht aufhören, uns an diesen Trivialitäten festzubeißen?

Wen möchten wir beeindrucken mit glänzenden Messgewänder?

Wenn die Firmlinge an ihrer Firmung im Kurt Cobain-T-Shirt vorm Bischof stehen, wenn juckt’s? Vielleicht würde es der Papst genauso tun, wenn nicht das Protokoll oder die Tradition oder who ever ihm vorschreiben würde, weiß zu tragen. Weil, wenn der Franziskus Bus fährt, da hört er bestimmt Nirvana auf seinem (Achtung!) Walkman.

Alle möglichen Spekulationen wurden im Vorfeld aufgestellt, unterschiedliche Favoriten waren im Gespräch, Zeitungen zeigten die möglichen Kandidaten und einige behaupteten sogar, über Insiderinformationen zu verfügen. Sogar Wettbüros handelten mit möglichen Kandidaten. Mit ihm aber hat kaum jemand gerechnet. Jorge Mario Bergoglio. Was Papst Franziskus für die Kirche bedeutet wird sich noch zeigen. Eines ist aber schon klar: Der heilige Geist lässt sich nicht sagen, wen er beruft. Nicht von Wettbüros und nicht von Zeitungen und auch nicht von sonst jemand.

Pascale Jung

Fortsetzung: JONA III
6Der Kapitän ging zu ihm und sagte: Wie kannst du schlafen? Steh auf, ruf deinen Gott an; vielleicht denkt dieser Gott an uns, sodass wir nicht untergehen.
7Dann sagten sie zueinander: Kommt, wir wollen das Los werfen, um zu erfahren, wer an diesem unserem Unheil schuld ist. Sie warfen das Los und es fiel auf Jona.
8Da fragten sie ihn: Sag uns, was treibst du für ein Gewerbe und woher kommst du, aus welchem Land und aus welchem Volk?

“Wie kannst du schlafen”?: fragt der Kapitän. Völlig unverständlich ist dein Verhalten, alles hier an Bord kämpft um sein und das Leben der anderen – und du Jona, du schläfst. Wo bleibt seine Solidärität – dein Interesse an den andern?
Der Kapitän selber, die oberste Instanz auf dem Schiff, nimmt sich Jona an. Er begibt sich vom obersten Platz auf dem Schiff, in den untersten Teil des Schiffes – zu Jona.
“Steht auf”. Ein klarer Befehl – und seine Ansprache an Jona geht weiter.
“Rufe deinen Gott an!” Da gibt es scheinbar keinen Widerspruch, den der Kapitän dulden könnte.
Der Gott dieses schlafenden Jona, der von seinem Gott weggelaufen ist, soll nun alle retten.
“Rufe deinen Gott an.” Vielleicht hat er Erbarmen mit uns, mit denen die er nicht kennt.
Doch Jona scheint nichts zu tun. Kein Wort hören wir von ihm – keine Aktion. Er widersetzt sich erfolgreich dem Befehl des Kapitäns.
In ihrer Not werfen die Leute nun das Los, um herauszufinden wer schuld an ihrem Unheil hat. Und es fällt auf Jona.
Doch sie fallen nicht über ihn her. Bringen ihn nicht um. Bedrängen ihn nicht mit Beschuldigungen. Nein – sie fragen ihn: “Sag uns, was treibst du so. Wer bist du und wo kommst du her!” Sie zeigen Interesse, wollen Jona kennen lernen. Sie stellen so Jona und seine Geschichte, seine Herkunft und seinen Glauben und Unglauben, seine Angst und Flucht in ihre Mitte.

Eine sehr ungewöhnliche ja, fast unglaubliche Situation. Es geht um das Leben aller auf dem Schiff und sie nehmen sich Zeit für Jona. Sie nehmen sich Zeit für ihn als Person und Zeit für seine Geschichte.

Und wir.
Wie oft verurteilen wir andere. Nehmen uns keine Zeit – sie kennen zu lernen. Stellen sie sofort an den Pranger. Rufen nach Vergeltung und Ausgleich von Schuld.

Und für uns selbst.
Wie würde es uns gehen. Wenn wir bei Verfehlungen erst mit unserer Person und Geschichte in die Mitte der Fragen der anderen gestellt würden.
Was würden wir ihnen auf ihre Frage nach unserer Person und Geschichte antworten?


Diakon Andreas Maria Baumeister (Markus 3,13-19) Ich habe lange gebraucht, bis ich für mich einen passenden Bezug von der Bibelstelle zu meinem Leben herstellen konnte. Doch dann bei der Autofahrt kam mir der folgende Gedanke: Die Wahl der Jünger ist im weitesten Sinne vergleichbar mit dem, was auf unseren Fußballplätzen vor einem Spiel passiert – in der Kabine oder in den großen Fußballstadien auch über die Lautsprecheranlage: Die elf Spieler werden mit Namen vorgestellt, zum Teil auch mit Spitznamen. Ihr Name ist Programm – Programm für guten Fußball. Eine Fußballmannschaft hat einen klaren Auftrag: Möglichst gut und fair zu spielen; möglichst als Team, nicht als Einzelkämpfer. Am Ende des Spiels möchte jedes Team als Sieger vom Platz gehen, umjubelt von den mitgereisten Fans. In der Bibel heißt es, ein wenig anders: dass Jesus sie „bei sich haben und … aussenden wollte, damit sie predigten und mit der Vollmacht Dämonen austrieben“. Anders und doch ähnlich: Auch Jesus ist ein Team-Player. Er wählt sich sein zwölf „Mitspieler“ aus, die seine Sache weiter tragen, die sein Zeugnis und das, was sie persönlich begeistert, im Leben und im Wort weiter geben sollen. Die Zwölf sollen in seinem Namen Menschen befreien von Dingen, die sie unfrei machen und quälen. Frei sein – wenn das nicht mindestens so ein Gefühl ist wie nach einem Sieg!? Für mich ein toller Trainer und Teamplayer, dieser Jesus! Frank Hoffmann, Pastoralrefernt im Dekanat Cochem

Zuerst war da ein Interesse an der Theologie, das mich bis heute auch nicht losgelassen hat. Dann kam der Wunsch, mein theoretisches Wissen mit Praxis zu verbinden.

Das lebe ich jetzt schon seit 2001. So lange bin ich Pastoralreferentin im Bistum Trier. Seit 2011 im Dekanat Saarbrücken. So bin ich auch meinen Wurzeln wieder näher gekommen, denn ich stamme aus Sulzbach-Altenwald, nur knapp 12 km von Saarbrücken entfernt. Die Stadt Saarbrücken ist Freude und Herausforderung gleichermaßen, und ich mag Herausforderungen! Ich mag es auch, einen Überblick zu haben. Deshalb gehe ich so gerne auf Türme, Berge oder sonstige Stellen, wo man weit schauen kann. Und ich mag es, über den Tellerrand zu schauen. Deshalb ist Reisen mein liebstes Hobby.

Und ansonsten habe ich ein Faible für Sprache. Für schöne Wörter und Texte, für die englische Sprache und für die Besonderheit der deutschen Sprache. Auch für meinen, von vielen SaarländerInnen nicht so geliebten, saarländischen Dialekt.

 

Pascale Jung

 

Joh 1.41 “Dieser (Andreas) traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus.
42Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels – Petrus.”


Wie beeindruckt muss Andreas von der Begegnung mit Jesus gewesen sein, sodass es seinem Bruder Simon ohne Umschweife sagen konnte: „Wir haben den Messias gefunden.“ Und Simons Interesse ist geweckt – und so groß, dass ihn sein Bruder gleich zu Jesus führt.
Jesu blick und Jesu Worte verändern das Leben des Simon radikal: Er wird zum Petrus, zum Fels ernannt er soll Halt und Festigkeit vermitteln.


Für mich, für meine Berufungsgeschichte war auch eine Person, ein Pater der Weißen Väter, entscheident, die mich neugierig machte, was der Grund seines tiefen Glaubens und seines großen Vertrauens war – und die mich dadurch zu Jesus führte. Der eigentlich Rufende und Berufende ist Jesus selber. Wenn ich in seiner Nähe bin, in seiner „Blickweite“, dann verändert sich mein Leben. Denn er traut mir mehr zu als ich mir selber! Er macht mir Mut zum Leben und Lieben, holt mich aus Enttäuschungen heraus!


Deshalb ist es mich ist die „Gretchenfrage“ jeder Berufung, die Jesus nach seiner Auferstehung Petrus stellt: „Liebst Du mich?“


Michael Holl
Michael Holl studierte Theologie in Tübingen, zuerst mit dem Berufsziel Priester. Seit 1988 ist er als Pastoralassistent und -referent im Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in der Gemeindepastoral, sowie auf Diözesanebene in der Ministranten- und Berufungspastoral. Er ist verheiratet und arbeitet aktuell als Pastoralreferent in Albstadt-Tailfingen. Neulich in der Schule habe ich den Kindern von Sara und Abraham erzählt und davon, dass Gott zu den beiden gesprochen hat.
Ein kluges Mädchen fragte daraufhin: Und wie spricht Gott zu uns heute? Ein wenig verlegen antwortete ich: Wenn Gott zu uns spricht, hören wir ihn mit dem Herzen!
Zugegeben, das war nicht ganz richtig. Ich weiß nämlich, dass Gott hin und wieder auch ganz konkret zu uns spricht – so wie vor ein paar Wochen zu mir:


Seit einem traumatischen Mobbing-Erlebnis vor einigen Jahren an meiner alten Arbeitstelle hatte ich mir geschworen: das machst du nie wieder durch, lieber machst du dich beizeiten vom Acker. Denn ich gehöre grundsätzlich zu den Menschen, die sich durchbeißen und nicht so leicht klein beigeben. Aber die Verletzungen von damals waren so schlimm, dass ich heute in schwierigen Situationen viel eher einen Flucht-Reflex spüre und den Elia unter dem Ginsterstrauch gebe und sage: Es ist genug, Herr, lass mich an einen anderen Ort gehen und dort deine Botschaft verkünden.


Zur Jahreswende war es wieder einmal soweit: Ich wollte nur noch weg!
Und dann finde ich ein paar Tage später in meinem Postfach eine Mail von Gott (oder seinem menschlichen Briefsender).
Er schrieb mir u.a.: Jeder von uns kommt immer mal wieder in Situationen, in denen sie/er lieber an einem anderen Ort wäre, als an dem, an dem sie/er gerade ist. Doch wir werden von ihm geführt, auch an unsere ganz konkreten Orte. Und wenn ich tatsächlich an einem anderen Ort wäre, dann wären zwei Dinge falsch:
einmal der jetzige Ort, an dem ich gebraucht werde und dann fehle und zum anderen der Ort, zu dem ich hin will, denn dort sollte ich eigentlich nicht sein.


Wow! Ich war beeindruckt!


Gott kommuniziert mit mir/uns also auch mit modernen Mitteln, ganz unmittelbar und unmissverständlich. Ich jedenfalls habe ihn verstanden und mir seine Botschaft zu Herzen genommmen – fürs Erste. Aber wie erkläre ich das jetzt den Kindern in der Schule?




Text: Marita Rings-KleerJona 1,4 Aber der Herr ließ auf dem Meer einen heftigen Wind losbrechen; es entstand ein gewaltiger Seesturm und das Schiff drohte auseinanderzubrechen.
5Die Seeleute bekamen Angst und jeder schrie zu seinem Gott um Hilfe. Sie warfen sogar die Ladung ins Meer, damit das Schiff leichter wurde. Jona war in den untersten Raum des Schiffes hinabgestiegen, hatte sich hingelegt und schlief fest.


Da ist Jona nun dem Herrn, seinem Gott entkommen. Er hat eingecheckt auf das Schiff, das ihn mit seiner erfahrenen Mannschaft auf dem Weg ans Ende der Welt begleiten soll.
“So weit wird Gottes Arm nicht reichen”, da scheint sich Jona schon sicher. Er ist dem Angesicht Gottes entkommen.
Vielleicht ist er schon Tage, wenn nicht sogar Wochen auf dem Schiff unterwegs. Er ist ja fast auf einer Weltreise. Und nicht geschieht. Er entfernt sich immer weiter. Er ist sich seiner sicher.


Nach Sonnenschein und ruhiger See nun das. Nicht nur schwere See, mit der die erfahrene Mannschaft sicher zurecht gekommen wäre – Nein – ein heftiger Wind – ein gewaltiger Seesturm. Etwas was auch die Seeleute noch nicht erlebt haben. Etwas was die Natur von selbst nicht instande ist. Das Schiff droht auseinanderzubrechen. Selbst die wackeren Seeleute bekommen Angst. Angst um ihr Leben. Sogar die Ladung wird ins Meer geworfen.


Und Jona – wenn wir uns diese Zeilen anschauen – so mutet es doch seltsam an. Seelenruhig geht er in den untersten Raum des Schiffes und legt sich schlafen.
Wie kann das sein? Ist er taub und blind. Es kann ja nicht sein, das er vom Getöse und Geschrei nichts mitbekommt. Oder ist seine Verdrängung so groß. Ahnt er vielleicht etwas, das es seine Schuld sein könnte. Aber nein, legt er sich doch hin und schläft tief und fest.


Sind wir ehrlich. Kennen wir solche Situationen, nicht auch. Um uns herum stehen alle Zeichen auf Sturm und Verstörung und wir schließen die Augen. Verkriechen uns in die letzte Ecke. Und wenn es nur die Decke ist, die wir über unseren Kopf ziehen. Oder wir denken – “… das geht mich nichts an.” Die “Seeleute” sind die Profis. Die werden die Situation schon meistern. Die haben ja ihre eigenen Götter, sollen die mal ran, weil mit meinem Gott – habe ich ja nichts mehr zu tun.
Ich bin froh – das ich so weit weg von ihm bin. Das ich ihn endlich los bin. Aber im Herzen wissen wir – es ist nicht wahr – er ist ganz nah – knapp hinter der Decke.
Und ewig schlafen – können und werden wir auch nicht.


Andreas Maria BaumeisterRichter 6,11-16
“Sieh doch, meine Sippe ist die Schwächste in Manasse, und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters.”


Berufungen kommen oft ungelegen – und überraschend – und eigentlich überwältigend. Und sofort sind wir zu Hand mit oft trifftigen Gründen, warum wir eine solche Berufung nicht annehmen können. In diesem Fall Gideon, der korrekt vermerkt, dass sein Elternhaus eher am Ende der Reihe von ehrwürdigen Familiengeschlechtern steht und dazu kommt noch sein jugendliches Alter. Andere Propheten und geistige Führer in der Bibel haben ähnliche Argumente und es scheint sich durch die Berufungen im Alten und Neuen Testament zu ziehen, das Gott eine Vorliebe für das Unscheinbare, das Schwache, das Kleine hat.
Das ist erst einmal tröstlich, denn es stellt den Berufenen in eine Reihe von Menschen, die sich ihrer Grenzen bewusst sind, die in der Lage sind, Gottes Ruf zu hören, aber gleichzeitig wissen, dass sie es von alleine nicht schaffen können. Es wirft mich zurück auf die Herausforderung, sich diesem Rufenden anzuvertrauen, ja fast blind anzuvertrauen. Nicht nur als Priester, als Bischof, als einer mit dem geistlichen Amt…. Berufungen gibt es so viele, wie es Menschen gibt – jeder Mensch ist berufen, sein Leben in Fülle zu leben und seinen Platz einzunehmen, der nur von ihm oder ihr eingenommen werden kann. Das, was die Psychologie Urvertrauen nennt, dieses „innere Wissen“, diese „innere Gewissheit“, das mein Leben einen roten Faden hat, das ist die Antwort auf den Ruf Gottes.
Aber wie Gideon würden wir auch immer wieder gerne das Vertrauen verankern, in und mit dem, was uns Menschen eigen ist: eine Bestätigung, ein Zeichen, ein Wink des Himmels, der so klar und eindeutig ist, das wir uns unserer Berufung sicher sein können. Es ist wie mit der Liebe, die wir erleben – wir lechzen nach Zeichen, sei es der Kuss, der Blumenstrauß, irgendeine Aufmerksamkeit des Anderen, die diese Liebe betätigt.
Gideon ist in der glücklichen Lage, ein solches Zeichen zu erhalten. Gott scheint in diesem Fall großzügiger zu sein, als er heutzutage mit uns ist. Aber vielleicht ist es auch so, dass es damals mehr Zeit und Gelegenheit gab, auf Gott zu hören und seine leise Stimme in sich aufzunehmen. Vielleicht sind wir heute einfach nur zu hektisch und mehr und mehr nicht mehr in der Lage, die innere Stimme zu hören, weil Beruf, Internet, Handy und alle sozialen Medien immer schriller und lauter unsere Aufmerksamkeit verlangen.
Vielleicht macht die Gideon Geschichte uns wieder darauf aufmerksam, dass Berufung keine Einbahnstraße ist, sondern ein wirklicher Dialog. Wir müssen nur wieder die Sprache oder den Tonfall lernen, der die Kommunikation mit Gott ausmacht. Uns dabei zu helfen ist Aufgabe der christlichen Gemeinden, denn am Ende können wir als Berufene nur verkündigen und leben, was wir in einer lebendigen Beziehung mit Gott erfahren haben.


Rev Fr Stefan Hippler Kapstadt / Südafrika


Stefan Hippler ist Priester aus dem Bistum Trier(Bitburg) und arbeitet in Kapstadt, Südafrika. Er engagiert sich besonders in der Aidshilfe. Mehr Infos: www.stefanhippler.com Foto: © Grace Winter / pixelio.de



Redet und handelt wir Menschen, die nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden! Jak 2,12



Wahrnehmen, welche Freiheit Gott mir schenkt;

spüren, mit wie viel Erbarmen er mir immer wieder begegnet;

staunen über seine Geduld mit mir –

und nicht aufhören

diese Freiheit zum Wohl anderer

und zu meinem eigenen Wohl zu nutzen;

dankbar bleiben für sein Erbarmen,

für seine Geduld

und mich aufmachen Zeugnis abzulegen durch mein Handeln.



Glauben in Wort und Tat

wirkt Wunder -

lässt mich

den Reichtum Gottes in mir entdecken und immer mehr aufblühen.

Hannelore Bares Warum denn nicht einfach anfangen

zu glauben wie Maria -

Gott ernst nehmen

und jederzeit mit Ihm rechnen;

damit rechnen,

dass Er – hier und heute! –

MICH als Werkzeug braucht.



Offen sein

für die Begegnung mit dem Engel

den Er mir heute schickt,

weil Er mir – hier und jetzt! –

auf Augenhöhe begegnen will.



Hören

was Gott mit mir vorhat

und immer wieder glaubend fragen

wenn ich das alles

jetzt noch nicht verstehen kann.



Antworten

mit einem entschiedenen JA! -

mich mit Leib und Seele Gott überlassen

im tiefen Vertrauen darauf,

dass Sein Weg mit mir immer ein Heilsweg ist.



Geschehen lassen

was Sein Geist wirken wird -

wohl wissend, dass das Wachsen der Frucht

zwar mein Mitwirken braucht,

von mir aber niemals machbar ist.



Unterwegs bleiben

wohin auch immer der Weg führt;

geduldig ausharren selbst in Zeiten der Dunkelheit

weil ich gewiss sein darf, dass er nicht endet unter dem Kreuz,

sondern in die Fülle des Lebens mündet.



Warum denn nicht

einfach heute den ersten Schritt tun

auf diesem Weg mit Gott und zu Gott –

wie Maria!

Warum denn nicht?!

Hannelore Bares Lukas 1,26-38
26Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
27zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
28Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
29Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
30Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
31 Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
32Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
33Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
34Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
35Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
36Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
37Denn für Gott ist nichts unmöglich.
38Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.


Dieses Evangelium lässt mich immer wieder staunen. Denn hier bekommt ein junges Mädchen gesagt, sie werde den Sohn Gottes gebären. Dies erschien Maria im ersten Moment unmöglich. Denn sie war erst verlobt mit Josef und das bedeutete, es gab noch keinen intimen Kontakt. Doch der Engel erklärte Maria: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“. Hier bekommt Maria die Allmacht Gottes verkündet und sie nimmt sie einfach so an und antwortet dem Engel: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast“. Für mich gibt Maria hier ein unglaublich großes und starkes Glaubenszeugnis ab. Denn sie vertraut sich Gott an. Sie nimmt ihre Berufung ohne große Gegenworte an. Durch diese Handlung machte Maria sich zu einem meiner größten Vorbilder im Vertrauen auf Gott.


Konkret zeigte sich das in meinem Leben, als ich mich vor zwei Jahren dazu entschloss, im Priesterseminar Trier anzumelden. Leider erkannte ich damals noch keinen Engel, der mir sagen konnte, ob es der richtige Weg ist. Doch ich merkte in mir ein Gefühl des Berufen sein und es fühlte sich gut an. Ich merkte schnell, dass diese Gefühle auch nicht nachließen in den Momenten, wo mir klar wurde, dass dieser Weg etwas kosten würde. Ich machte es in diesen Momenten einfach wie Maria und vertraute darauf, dass Gott mich auf meinem Weg leiten und begleiten würde. Ich setzte somit mein ganzes Vertrauen auf Ihn. In meinem persönlichen „Berufungsjahr“ 2010 wurde mir klar, dass der Weg des Priesters für mich der richtige sei. Auch wenn von außen viele Stimmen gegen diesen Weg gesprochen haben, vertraute ich doch auf die Stimme Gottes die mich dazu berufen hat. In der Bibel lesen wir, dass Gott immer dann Menschen anspricht und in seine Nachfolge rief, wenn sie gar nicht damit gerechnet haben, z.B. die Berufung des Samuels im Tempel, die Berufung der Jünger Jesu und viele mehr. Allen wurde eine Aufgabe, eine Berufung zu teil und Gott begleitete sie auf ihrem Weg. Ich finde das schön. Wir wissen, auch wenn wir uns ganz alleine fühlen, sind wir doch nicht alleine, denn Gott ist bei uns und ruft uns in seinen Dienst.


Wenn ich heute meinen Weg anschaue, erkenne ich, dass Gott immer bei mir war. Er schickte mir durch Menschen, die mir Mut machten, diesen Weg zu gehen, so manchen Engel zur Seite. Denn ich glaube, dass mir in jedem Menschen auch Christus begegnet ist, auch in denen, mit denen ich mich manchmal schwer getan habe.


Vielleicht kennen Sie auch den Spruch: „Im Nachhinein ist man immer schlauer“. Für mich trifft das voll und ganz zu. Mir wird immer mehr bewusst, warum manche Dinge so gelaufen sind. Doch bei allem erkenne ich, dass Gott immer da war in meinem Leben. Auch hat er alles darauf ausgerichtet, dass ich diesen Weg gehen kann. Vielleicht nimmt dieser Weg auch einen ganz anderen Verlauf als ich mir vorstelle. Doch ich bin davon überzeugt, dass Gott bei mir bleibt und mich begleitet.


Timo Feis
Priesterseminarist in St. Lambert (Lantershofen) für das Bistum Trier In der Apostelgeschichte lesen wir:

Saulus war unterwegs von Jerusalem nach Damaskus. Als er sich bereits der Stadt näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst. Seine Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. Saulus erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Er war drei Tage blind und er aß nicht und trank nicht. (Apg 9,3-9)


Wenn Gott einen Menschen anspricht, ihn ruft, dann ist das etwas, was sich seit Jahrtausenden nicht geändert hat. Lediglich die Umstände haben sich den jeweiligen Zeiten angepasst. Ist Paulus noch vom Pferd gefallen (so jedenfalls stelle ich mir das vor), als Gott ihn ruft, so sind es heute eher das Auto oder das Internet oder Facebook, über die die göttliche Kommunikation läuft. Der Mensch aber, als Objekt der Berufung, bleibt. Auch Paulus damals, den es eben auf besagtem Pferd trifft, unterscheidet sich von mir oder anderen Menschen heute nicht wesentlich. So wie ich ist er ein kluger Mensch, wissbegierig, vor allem in religiösen Fragen, gut informiert und ausgebildet, engagiert und als Jude wichtiger Teil seiner Gemeinschaft. Er hat etwas, für dass er sich einsetzt (seinen Glauben) und er hat etwas, gegen dass er angeht – diese neue jüdische Gemeinschaft, die sich Christus-Jünger nennt. Er ist kein religiöses Leichtgewicht und er lässt sich schon gar nicht leicht in das andere Lager rüberziehen, nicht mit Worten und schon gar nicht mit wundersamen Gefälligkeiten. Er bleibt seinem Glauben treu, er bleibt standhaft, fast könnte man sagen, er bleibt stur.

Für Menschen wie Paulus und mich muss es da schon der besondere Fußtritt sein, der besonders feste Fußtritt sein, der uns “überzeugt”. Für Paulus ist es dann auch ein Blitz aus heiterem Himmel, der ihn regelrecht vom Pferd wirft. Weniger deutlich und schmerzhaft tut er es nicht. Ich kenne das!
Was genau passiert ist, wissen wir nicht. Es ist überhaupt schwer zu beschreiben, was passiert, wenn Gott einen anspricht, einen überzeugt, einen beruft fortan seinen Weg zu gehen. Es kann wie eine Erleuchtung sein, wie ein helles Licht, es kann wie ein unglaubliches Glücksgefühl sein, einen Augenblick lang, es kann wie eine Befreiung von einer Last sein oder eine vollkommene Leichtigkeit und vieles mehr.

Für Paulus ist es das Licht! Es macht ihn blind, blendet ihn, er braucht drei Tage, um sich neu zu sortieren, neu sehen zu lernen, das Neue sehen zu lernen und dann der neuen Spur zu folgen. Und das tut er dann wieder genauso engagiert, standhaft und stur, wie vorher in seinem alten Leben.
Berufung kann man nicht wirklich beschreiben, in Bildern vielleicht ein wenig. Aber da jeder Mensch anders gerufen wird, kann auch keiner auf den Blitz warten, wenn es für sie/ihn vielleicht ein Moment der Stille ist. Was aber alle Berufenen verbindet: wenn es passiert ist, wissen sie es und dann sollten sie sich nicht wehren, sondern führen lassen, auch wenn es manchmal bizarr weitergeht – es passt schon. Paulus hat sicher oft genug gestöhnt bei all dem, was ihm zugemutet wurde: an wunderbaren Gottesbegegnungen, aber auch an Leiderfahrungen. Auch das kenne ich!
Paulus fällt vom Pferd, er war eben ein harter Brocken und er hat ja auch schwierige Fragen lösen müssen. So war er und dafür war er. Gott kennt seine Mitarbeiter und weiß mit welchen Handschuhen er sieh anpacken muss, damit die seine Botschaft leben und verkünden. Aber nur Mut: hinhören und wahrnehmen und rufen lassen.
Gott sei Dank gibt es heute keine Pferde mehr, von denen wir fallen könnten.



Text und Foto: Marita Rings-Kleer

 

 

 

 

 

 

 Seit vielen Jahren gehöre ich zu der großen Gemeinschaft der Walker. Mehrmals in der Woche eile ich durch Wald und Feld in unserem Stadteil und genieße jedesmal diese “meine” Stunde.

Auf meinem Weg gibt es nun seit ein paar Wochen eine kleine Schikane.

An einer Stelle muss ich einen kurzen Hand hinab (dieser Teil des Weges wurde vor einigen Jahren mit rotem Schotter neu belegt), dann geht es über eine kleine Brücke und anschließend auf einen Waldweg.

Der Übergang von der Brücke zum Waldweg hat sich aber im Herbst und nach einigen Regenfälllen in ein kleines Schlammfeld verwandelt und jeder, der über die Brücke kommt, muss mit dem ersten Schritt in den Schlamm treten, sich schmutzig machen und kann dann erst mit dem zweiten Schritt auf dem Waldweg  weitergehen.

Vor zwei Wochen komme ich wieder einmal über die Brücke und trete gedankenverloren in die Schlammpfütze. Der Dreck spritzt hoch, meine Schuhe und meine Hose werden von der braunen Brühe besprenkelt.

Ich fluche ärgerlich vor mich hin, weil ich wieder einmal eine ungewollte “Schlammpackung” genommen habe. In meinem Ärger suche ich nach Schuldigen: wer ist eigentlich für die Erhaltung unserer Wege zuständig?

Doch dann bleibe ich stehen!

Wer kann das Problem lösen?

Wer, wenn nicht ich!

Ich gehe also wieder zurück, nehme vom Schotterweg eine Handvoll Kies auf und streue ihn in den Matsch. Ein Tropfen auf den heißen Stein – noch ohne Wirkung.

Und dann nehme ich mir vor, jedesmal, wenn ich vorbeikomme, eine Handvoll Schotterkies in den Schlamm zu werfen.

Schon beim viertenmal hatte ich mir ein kleine feste Trittstelle geschaffen, über die ich und (an den Spuren kann ich es erkennen) auch andere Menschen, trocken und sauber durch den Schlamm kommen.

In Afrika gibt es ein Sprichwort: Lieber ein kleines Licht anzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.




 

Ein gutes und gesegntes neues Jahr 2013.




Text:
Marita Rings-Kleer



Foto: Marita Rings-Kleer – Gedenkstein für Bernhard und Michael Grizmek am Ngorongoro-Krater in Tansania.

 

 

 

 

 

 

… hat er, der Natanael. Beinahe hätte er Jesus verpasst. Und das nur wegen eines Vorurteils. “Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen?” ist sein Kommentar, als Philippus ihm erzählt, dass sie den Messias gefunden haben. (vgl. Joh 1,43-51)

Was wir wohl alles verpassen, weil wir uns von Vorurteilen und vorgefertigten Meinungen leiten lassen?  Wie oft haben wir den Plan von einem anderen Menschen schon im Sack, ohne ihn überhaupt getroffen zu haben, weil ein anderer schon so viel über ihn erzählt hat, weil er dieser oder jener kirchlichen Berufsgruppe angehört, weil er ein Mann, eine Frau, jung oder alt, … ist.

Wie oft urteilen wir über einen Menschen aufgrund solcher Äußerlichkeiten und verpassen es so, ihn wirklich kennenzulernen und bereichernde Erfahrungen mit ihm zu machen.

Natanael hatte Glück. Philippus ließ nicht locker und lud ihn ein “Komm und sieh!”.

Zu Beginn des neuen Jahres wünsche ich uns Menschen wie Philippus, die uns einladen, die Augen und Herzen öffnen und uns so heiler machen.

Ich möchte gerne ein solcher Mensch sein und auch in mir selbst die Türen öffnen und vorurteilsfrei(er) dem anderen begegnen.

Mein Name ist Carsten Kling, ich bin Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Vorderhunsrück. Ich freue mich, das große, tolle Team der GeistErfahrer unterstützen zu können.


Fahrer – ja, und da beginnt auch schon mein erstes Highlight in 2013. An Neujahr war ich unterwegs in meinen Alltag, die Familie blieb noch zurück bei der Oma. Abends um neun auf der A 48 ein komisches Geräusch vorne links am Auto – na prima, ein Platten.


Gott hat mir sicher viele Fähigkeiten mitgegeben, aber handwerkliches Geschick gehört nicht zu meiner Top 5. Aber es half ja nichts, mein männlicher Stolz ließ es nicht zu, die gelben Engel zu holen – das krieg ich auch selber hin.


Was soll ich sagen? Ich HABE es hingekriegt. Mit Wagenheber und Ersatzrad und …. wie nennt man das Werkzeug noch mal? Inbusschlüssel? Egal, ich bin echt stolz nach Hause gefahren und habe Gott gedankt.


Denn es kommt nicht darauf an, dass er mir seine Engel schickt, die mich auf Wolken nach Hause tragen. Auch seinen Sohn hat er nicht verschont und ihn Mensch werden lassen, damit er alles im Leben eines Menschen durchlebt – ein solidarischer Gott. Aber er gibt uns die Kraft, auch in den Dunkelheiten des Lebens unsere Geschicke selbst in die Hand zu nehmen, uns zu vertrauen und uns etwas zuzutrauen. Der Prophet Jesaja sagt es uns so: „Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler.“ (Jes 40, 31)


So kann das doch ein tolles Jahr werden – mit einem Gott, der uns begleitet und uns etwas zutraut. Ein gesegnetes neues Jahr!


Carsten KlingMatthäus 10,5-15
„5 Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter,
6 sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
7 Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
9 Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel.
10 Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.
11 Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst.
12 Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden. 13 Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.
14 Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen.
15 Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.“


Ich liebe Berufungsgeschichten. Ganz gleich um welche Bibelstelle es sich handelt, sei es die oben angegebene oder eine Parallele wie z.B. in Markus 6,6-13. Aufgrund dieser Tatsache habe ich mein Dienstzimmer im Pfarrhaus in Hermeskeil mit folgenden Begriffe an einer Wand ausgestattet: „Suchen – ernten – zu zweit aussenden – Reich Gottes – arbeiten – bitten – Jünger“.


Berufungsgeschichten sind mir vertraut und wichtig geworden in meinem Beruf als Gemeindereferent. Ich bin überzeugt davon, es gibt so viele Berufungsgeschichten, wie es letztlich Menschen auf unserer Erde gibt. Denn Menschen, die Gott beruft sind für mich keineswegs nur „hauptamtliche“ Seelsorgerinnen und Seelsorger; dann wären wir in der Tat wirklich arm dran. Gott be-ruft ganz viele Menschen. Ich denke spontan an die vielen Erzieherinnen, Ärzte, Krankenschwestern, sozusagen alle, die mit dem Ab- und Ebenbild Gottes zu tun haben. Aber Gott beruft auch Mütter, Väter, Kinder und Jugendliche in seine Nachfolge um – überall da, wo sie leben – etwas von der Botschaft vom Reich Gottes in die Welt zu tragen.


Ja, auch heute noch ruft Jesus Menschen in seine Nachfolge und er sagt es ihnen mit folgendem oder ähnlichen Wörtern: Geht und verkündet: das Himmelreich ist nahe!
Wie mag es den Jüngern damals zumute gewesen sein? Bisher hatten sie das Glück, dass sie gemeinsam mit Jesus unterwegs waren, aber nun sendet er sie aus.
Kann ich das überhaupt, bin ich dafür geeignet, wie soll das konkret gehen? Ich glaube, mehr Zweifel als Selbstsicherheit sind den Jüngern damals und auch uns heute in den Sinn gekommen. Aber wir wissen nur zu gut aus der Heiligen Schrift, dass es Jesus immer um den Menschen in seiner Ganzheit geht. Deshalb brauchen seine Jünger auch nichts mitzunehmen. Es geht nicht um tolle Kleider, intellektuelle Reden oder gar moderne Technik wie Laptop oder tablet. Die mögen in unserer Zeit hilfreich sein, das gebe ich gerne zu.


Aber worauf es bei Gott wirklich ankommt, das ist mein Glaubenszeugnis, meinen Mund, mein Herz, meine Ausstrahlung… und das hat jeder einzelne Mensch von Gott geschenkt bekommen.
Unser Auftrag heute ist es, Christus in dieser Welt abzubilden. Dazu ist wahrhaftig nicht viel nötig. Jesus fordert, dass wir uns selbst einbringen mit allem, was wir haben; dann können wir ihn bezeugen in Wort und Tat. An uns liegt es, das Wertvollste was wir haben, in die Welt hinauszutragen. Ja und entscheidend ist für mich auch, ich brauche nicht alleine zu gehen. Ich habe ja seine Zusage im Gepäck, dass er mich begleitet oder aber zur rechten Zeit Wegbegleiter schickt.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen, Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil Vor und an Weihnachten wurde uns der Himmel ja regelrecht um die Ohren geschlagen: himmlische Geschenkideen zu himmlischen Preisen, himmlische Düfte und himmlisch schmeckendes Gebäck, Himmlisches ohne Ende. Und dann an Weihnachten: himmlische Heere haben auf den Feldern himmlische Lieder angestimmt und als die himmlischen Wesen dann in den Himmel zurückgekehrt waren, da konnte das himmlische Kind endlich in himmlischer Ruh schlafen. Heute, am letzten Tag des Jahres, ist das himmlische Feeling schon wieder vorbei und die Erde hat uns wieder. Doch auch heute oder gerade heute und morgen, wenn das Jahr wechselt und die Menschen um so mehr nach einem Stück Himmel auf Erden suchen, dann wird die himmlische Botschaft real. Gott will nicht im Himmel sein oder gar bleiben! Von Anbeginn der Zeit will er bei den Menschen sein, ganz nah bei uns sein – nicht weit weg im Himmel. Schon bei Abraham und Sara, von Miriam und Mose bis hin zu David sagen uns unzählige Geschichten: Gott ist so nahe, dass Menschen ihn hören konnten und können. Er verät uns sogar seinen Namen, der genau das sagt: Jahwe, der “Ich bin da”. Schöner kann das alte Jahr nicht enden und das neue Jahr starten: Gott ist da, ganz nah da, der Himmel ist auf Erden – verlass dich drauf! Versprochen ist versprochen, wenn das keine himmlische Botschaft ist.       Text: Marita Rings-KleerEs erging das Wort Jahwes an Jona, den Sohn des Amittai, also:
“Auf, gehe nach Ninive, der großen Stadt, und predige ihr, denn ihre Bosheit ist zu mir gedrungen.”
Aber Jona machte sich auf, um vor Jahwe nach Tarschisch zu fliehen. Er ging nach Japho hinab und fand ein Schiff, das nach Tarschisch fuhr, und er bezahlte das Fahrgeld und stieg ein, um mit ihnen nach Tarschisch zu fahren, fort von dem Angesicht Jahwes. JONA 1,1-3


Ninive und Tarschisch – zwei Orte aus ferner Zeit. Ihr Klang sagt uns zuerst mal nicht viel. Berlin, New York, Sydney, Kalkuta, Rio … das klingt uns schon mehr in unseren Ohren und wir haben alle Bilder dieser Städte vor unseren Augen.
Ninive und Tarschisch – für die Menschen der Zeit, in der die Berufungsgeschichte des Jona aufgeschrieben wurde und erzählt wurde, hatten diese Namen einen Klang und eine Bedeutung. Ninive, die große reiche laute Stadt, Zentrum eines Reiches – das das Volk Israel beherrschte und unterdrückte und Tarschisch – der damals am weitesten entfernte Ort der bekannten Welt. Man erzählt sich, dass Seefahrer Saatgut mitnahmen um dann nach einer Ernte wieder nach Hause zurückfahren zu können, also eine Fahrt die Jahre dauern konnte.
Zwischen diesen beiden Orten bewegt sich der Beginn der Berufungsgeschichte des Jona. Er hört den Ruf Gottes, er hört ihn laut und den Auftrag sogar ganz deutlich. Doch nach Ninive geht er nicht. Nein ist seine Antwort. Lieber flieht er und zwar in Richtung Tarschisch – so weit weg wie es nur geht.
Wenn ich auf Jona schaue, wie er den Ruf Gottes und den Auftrag hört – so habe ich Verständnis für Jona. Wer ist er denn, wieso soll er nach Ninive gehen und dort dessen Bosheit predigen. “warum ich, warum soll ich in diese laute große Stadt. Dort wo die Mächtige und Starken sind. Ich weiß genau was Sie tun werden. Mich auslachen!”: dies könnte ein Gedanke Jonas gewesen sein. Jona ist nun kein Prophet aus der Wüste, der arm und genügsam lebt und für den jeder Ruf eine Abwechslung im trägen Alltag ist.
Jona ist wohlhabend und gebildet, er kennt sich aus, er weiss zu reisen und sich zu verständigen. Er ist ein Weltmensch.
So macht er sich auf. Er steigt aus oder um. Wirft alles hinter sich und setzt alles auf die Fahrkarte nach Tarschisch.
Er geht soweit, wie es nur möglich ist und er es sich leisten kann. Mit seinem Geld und seinen Fähigkeiten kann er sich aus dem Blick Gottes stehlen. Wenn wir uns auf diesen Anfang der Jona-Berufung einlassen und uns einfühlen, so können wir uns vielleicht ertappen.
Wie oft gehen, laufen, bewegen wir uns fort – vom Angesicht Gottes, von seinem Ruf und seinem Auftrag. In unseren Möglichkeiten – uns zu beschäftigen. In Beruf, in Freizeit, Sport und vieleicht auch Krankheit.
Wie oft gehen wir so sehr in unserer Geschäftigkeit auf, als wären wir auf dem Weg nach Tarschisch. So weit weg wie möglich – vom Angesicht Gottes.
Und das mit dem Stolz, des Machers, der Erfolgreichen – der der sein Fahrgeld nach Tarschisch auch zahlen kann.
Doch die Geschichte geht weiter…..


Diakon Andreas Maria Baumeister


Ich bin Ständiger Diakon mit Zivilberuf, eingesetzt in der Pfarreiengemeinschaft Manderscheid in der Vulkaneifel. Ich arbeite als IT-Manager in Luxemburg, arbeite und engagiere mich seit 2000 als Integrativer Coach und Männerbildner in der Männerpastoral im Bistum Trier und Bistum Mainz. Für mich hat meine Berufung als Diakon mit Zivilberuf seinen besondern Auftrag, das “Heilige” im Alltag finden und es in den Alltag bringen, denn das Profane und das Sakrale sind keine Gegensätze sondern gehören zusammen. Wie oft wurde in den letzten Monaten davon gesprochen, wie oft hat man Angst und Panik verbreitet: Der Weltuntergang steht bevor, das Ende der Menschheit ist nahe, am 21.12.2012 ist alles aus. Und jetzt? Während ich diese Zeilen schreibe ist das Armageddon schon fast 2 Tage überfällig. Alle Hysterie war umsonst, es geht weiter. Auch wenn der ganze Hype um den Weltuntergang augenscheinlich alles andere als begründet war, eines wird dennoch deutlich: Die Menschen wissen, dass sie nicht ewig sind. Sie wissen, dass irgendwann der Tag kommt, an dem etwas zu Ende geht. Sei es das eigene, individuelle Leben oder das Ende der Menschheit. Die Panik vieler Leute vor dem 21.12. hat dabei gezeigt, dass dabei immer auch Angst mitschwingt, Angst vor dem Unbekannten, was einen erwartet. Doch müssen wir Christen davor Angst haben? Wir glauben doch daran, dass mit dem Tod oder gar dem Ende der Welt eben nichts vorbei ist, weil Gott mit uns ist. Er fängt uns auf, er befreit uns. Daher bin ich mir ziemlich sicher, aller Panik, welche jetzt schon von neuen Untergangszenarien spricht, zum Trotz, dass wir alle, entweder nach unserem Tod oder nach dem Ende dieser Welt rufen können: Hurra, wir leben noch. Denn mit dem Tod ist eben nichts zu Ende, er ist nur ein neuer Anfang, ein Anfang bei Gott. Diese Hoffnung wünsche ich allen.Ich fahre auf der Landstraße in der Eifel, irgendwo zwischen Hillesheim und Bitburg. Letzte Nacht hat es heftig geschneit, der Schnee ist allerdings von der Fahrbahn einigermaßen geräumt. Vor mir tuckert ein Auto mit auswärtigem Kennzeichen vorsichtig durch den Schneematsch. Ich habe einen Termin, habe nicht soviel Zeit, gerate in innerlichen Stress, breche zweimal ein Überholmanöver ab, bin genervt. Dann auch noch eine Kreuzung mit Stau. Ich stöhne. Und denke dann kurz nach. Vor mir sitzt, wie ich nun erkennen kann, eine ältere Dame am Steuer. Sie wirkt etwas verängstigt. Und hinter mir nun Mann in einem dicken Jeep. Wer sind diese Menschen eigentlich? Wie oft bin ich in unmittelbarer Nähe von Menschen, ohne zu wissen oder mir auch nur Gedanken zu machen, wer das ist. Menschen wie du und ich, denke ich dann. Und, von meinem Glauben her betrachtet, Gottes Kinder. Meine Schwester (vor mir) und mein Bruder (hinter mir). Und ich denke mir, dass es schön wäre, ich wüsste manchmal viel mehr über die Menschen, an denen ich täglich vorbeilaufe und –fahre. Genervt bin ich nicht mehr, eher entspannt. Gott möge diese Menschen segnen und beschützen, denke ich mir. Zu spät bin ich trotzdem gekommen, aber das war nicht so schlimm.Foto: © Anguane/pixelio.de

Auch wir eingeladen
Wegbereiter Jesu Christi
und Rufer in der Wüste zu sein -
Rufer in den Wüsten
von Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit,
Sprachlosigkeit und Oberflächlichkeit,
Ungerechtigkeit und Ausgrenzung,
Hass und Neid, Streit und Gewalt …


Auch wir eingeladen
Wegbereiter der Erlösung
und Hoffnungsbote des Lichts zu sein –
Gottes Stimme zu Wort kommen lassen
als Botschafter Seiner Liebe
und Botschafter Seiner neuen Welt,
um den Gebeugten neuen Lebensmut
und neue Hoffnung zu schenken.

Hannelore BaresNikolaus, Weihnachtsmann, Santa Claus oder was den jetzt?


Nehmen wir dieses Jahr den Mikulaš (š=sch gesprochen).
Der 6. Dezember ist der Tag des Heiligen Nikolaus, Bischof von Myra, so heißt er in Deutschland. Doch hier in Tschechien heißt es Mikulaš, genauer svaty (heiliger) Mikulaš.
Dieser Tag steht hier noch sehr im Zeichen des Mikulaš, während in Deutschland der Nikolaus langsam in den Hintergrund gerät.
Nicht nur die Kinder freuen sich, wenn der Mikulaš sie besuchen kommt, auch die Erwachsenen werden noch einmal zum Kind.
So ist es schön zu sehen wie sich Eltern und Kinder, Großeltern und Enkel, über den Besuch des Mikulaš freuen. Der Mikuláš wird hier nicht vom „Knecht Ruprecht“ (so wie ich es in meiner Kindheit in der Eifel erlebt habe) begleitet, sondern von einem oder mehreren Engeln und einem Teufel, für die Kinder die sich das Jahr über nicht so gut benommen haben.
So durfte ich dieses Jahr als Anděl (Engel) zusammen mit dem Mikulaš einige Augen zum Leuchten bringen. Es ließ einen selbst noch einmal zum Kind werden, zu sehen, wie verschieden die Kinder auf den Mikulaš reagierten. Besonders war es toll zu sehen, wie sehr Kinder im Alter von ca. 10 Jahren ganz ehrfürchtig waren.
Auch ist es gerade in diesen Tagen leicht, seinen Mitmenschen eine Freude zu machen. So lässt eine Kleinigkeit im Schuh einen jeden noch einmal zum Kind werden. So waren meine Mitbewohnerinnen sehr überrascht, etwas in ihrem Schuh zu finden. Sie meinten, oh das habe ich ja ganz vergessen und das letzte Mal hat der Mikuláš vor 8 Jahren etwas gebracht.
So lasst uns gerade in diesen Tagen alle noch einmal zu Kindern werden, wie es der Bekannte Kinderlieder Macher Rolf Zukowski in einem seiner Lieder gesungen hat.


Anna Wild


Zur Person:
Ich stamme aus dem Dekanat Vulkaneifel (Jünkerath) und bin gerade als Freiwillige (EVS / FSJ im Ausland) für ein Jahr in Plzeň / Pilsen (Tschechien) und arbeite hier in einer Einrichtung der Salesianer Don Boscos, mit Kindern und Jugendlichen aus sozialen Randgruppen. Danach habe ich vor, kath. Theologie mit dem Ziel Pastoralreferentin und / oder Soziale Arbeit zu studieren.


Den Blog der Geist – Erfahrer lese ich gerne regelmäßig, da es immer wieder interessant ist, die verschiedenen Gedanken zu verschiedenen Themen zu lesen und diese als Anstoß zu nehmen sich selber, seine eigenen Gedanken darüber zu machen.
_ Ich lade Sie ein zu einer “Lectio Divina” über verschiedene biblische Adventgestalten. Heute sind es Zacharias und Elisabeth. Bitte nehmen Sie die Bibel zur Hand (oder folgen Sie dem link “http://www.bibleserver.com/text/EU/Lukas1″) und versuchen Sie, sich auf den Text einzulassen und herauszuspüren, was Gott Ihnen damit sagen will. Danach können Sie gern die Zeilen lesen, die Sie unten zu jedem Abschnitt finden und uns Ihre eigenen Gedanken zu den biblischen Texten senden.



Zu Lk 1,5-12:



Da stehen zwei Menschen,

mit ihren Namen,

ihrer Herkunft,

ihrem Glauben,

ihrer Geschichte,

ihrem Schicksal,

Sie tun das, was „an der Reihe“ ist.

Nichts Besonderes.

Alltag.

Es ist halt dran.

Und dann, mitten darin, das Unerwartete…



  Zu Lk 1-13-20:




Das war zu viel für  Zacharias!

Der Wortschwall des Engels klingt zu schön, um wahr zu sein…

Er erschlägt ihn fast.

Es fällt ihm nichts Besseres ein, als Beweise zu verlangen.

Aber das Haben-Wollen von Beweisen erstickt in ihm die innere Stimme,

die ihm sagen will:

DU, DA IST LEBEN FÜR DICH!

Und Zacharias verstummt in Schrecken und Misstrauen…



  Zu Lk 1,21-25:



 

Zacharias verstummt,

Elisabeth schöpft Hoffnung.

Zacharias hat seine Stimme verloren,

weil er nicht vertrauen konnte,

Elisabeth erkennt in dem unerwarteten Ereignis die Hilfe des Herrn

und bekennt ihn freimütig mit ihrer Stimme.



  Zu Lk 1,39-45:



 

Wo Menschen Jesus in sich tragen, geschieht das Wunder:

Beziehungen werden lebendig.

Nicht nur irgendwie interessant,

zutiefst lebendig.

Das Kind in uns regt sich,

hüpft vor Freude…

Das Kind – Bild der unverstellten, ursprünglichen Lebenskraft,

des unmittelbaren Vertrauens zum Leben…

So wie Elisabeth vorher voll Vertrauen

die Gnade erkannt und bekannt hat,

die Gott ihr selbst erwiesen hat,

so erkennt sie jetzt neidlos die Begnadung

ihrer jüngeren Verwandten

und die Ehre,

die ihr durch deren Besuch zuteil wird.



  Zu Lk 1,57-66:



 

Der verstummte Zacharias lebt auf,

nachdem seine Frau für sein Anliegen eingetreten ist,

das er selbst nicht ausdrücken kann.

Nachbarn und Verwandte sind bereit hinzuhören,

zu warten,

ihm das nötige Hilfsmittel zu reichen,

bis er mühsam ausgedrückt hat,

was er sagen will.

Und das Wunder geschieht…



  Zu Lk 1,67-80:



 

Was in Zacharias geschieht,

sprengt jede menschliche Vorstellung.

Über seinen eigenen Horizont hinaus

erkennt er nun in prophetischer Sicht

die Ereignisse

in ihrer heilsgeschichtlichen Bedeutung

und besingt sie mit seiner wiedergefundenen Stimme

in einem herrlichen Hymnus.

Der Blick weitet sind nun auf Jesus,

dem sein Kind Johannes den Weg bereiten soll…



  Möge in dieser Adventszeit sich auch unser Blick auf Jesus weiten, dem wir den Weg bereiten dürfen! 



© Sr. Mirijam Schaeidt OSB
 
wesentlich in dir verborgen
wartet dein Werden still in dir
du bleibst dir fremd
bist nicht in dir geborgen
wohnst du nicht still im Jetzt und Hier


verwandt mit dem, der dich erschaffen
berührt dich tief sein leises Wort
in jener Stille, die aus ihm sich schöpfte
und wirkt und wandelt immerfort


Petra StadtfeldMeine Heimat ist die Westeifel, dort bin ich geboren und ich bin bis heute bekennende Eiflerin geblieben, obwohl ich schondrei Jahrzehnte im Saarland lebe.
Am liebsten ist mir meine Sprache, das Moselfränkische. Es ist meine Muttersprache, das Hochdeutsche hab ich erst später in der Schule gelernt und ich spreche „meine Sprache“ sooft ich dazu Gelegenheit habe. Nun ist mir, passend zum Adventsbeginn etwas interessantes aufgefallen: in der moselfränkischen Sprache gibt es das Wort „Weihnachtsmann“ nicht, wir reden auch heute noch vom „Christkind“ oder von den „Christ-Tagen“, wenn wir Weihnachten meinen.


Natürlich weiß ich, dass das Benutzen dieser Worte aus dem Sprachgebrauch kommt und kein religiöses Bekenntnis ist. Natürlich weiß ich auch, dass die jungen Menschen, die hochdeutsch sprechen, sich ganz selbstverständlich vom Weihnachtsmann beschenken, aber ich finde, es ist ein schönes Zeichen, wenn wir „Alten“ uns auf die Christ-Tage und das Christkind freuen und damit deutlich machen (ob gewollt oder ungewollt), auf was es uns an Weihnachten ankommt: auf die Geburt Jesu Christi, der Gott unter uns Mensch werden ließ, um so seine tiefe Verbundenheit und Liebe zu uns Menschen sichtbar zu machen.
Unser Sprache verrät uns: warten wir auf Christus, den Retter der Welt, der unser Leben trägt und hält oder auf den Weihnachtsmann, der die Geschenke bringt und sich dann das ganze übrige Jahr nicht blicken lässt.
Egal, welche Sprache ich spreche: ich finde es schön, wenn sie mir die Möglichkeit gibt, mich zu Christus zu bekennen.


Marita Rings-Kleer Am 16. November 2012 fand zum wiederholten Mal die Berufsbörse im Forum in Daun statt. Alle Schulen aus den umliegenden Dörfern und Städte nahmen daran teil und gaben den Schülern und Schülerinnen somit die Möglichkeit sich über die verschiedensten Berufe zu informieren.
Auch das Bistum Trier war dabei. Im Gepäck hatten wir Infomaterial über alle kirchlichen Berufe. Pastor Schwan, Gemeindereferentin Jennifer Binz und Gemeindeassistentin Stefanie Heinzen standen für Fragen und Gespräche bereit.
Die Resonanz war vor allem bei den anderen Ausstellern positiv. Kirche muss auch hier präsent sein. Einige Begegnungen und Gespräche kamen mit Jugendlichen zustande. Sicherlich war der Andrang nicht so groß, wie bei anderen Berufsgruppen, jedoch wurden teilweise intensive Gespräche geführt.
Von kritischen Fragestellungen bis hin zu wirklichem Interesse an einem der kirchlichen Berufe, war alles dabei.
Ein gelungener Vormittag, der sich auf jeden Fall gelohnt hat.


Stefanie Heinzen Neues geistliches Lied von Dekanatskantorin Julia Glas, Bitburg und Gemeindereferentin Petra Stadtfeld, Trier


Fotos von Johannes Barth.